Erstellt am 10. März 2016, 16:55

Häupl schlägt "Gymnasium für alle" vor. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat am Donnerstag einen Vorschlag geäußert, mit dem er die ÖVP von der Gesamtschule überzeugen will.

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"Wenn die ÖVP so am Gymnasium hängt, dann machen wir doch die Gesamtschulreform 'Gymnasium für alle'", sagte Häupl im Rahmen der Klubtagung der Wiener SPÖ. Prompt kam die Ablehnung von ÖVP und FPÖ.

Das Ergebnis der Schulreform sei "vom Prinzip her ein gutes", sagte Häupl. Dass allerdings Vorarlberg und das Burgenland die einzigen Bundesländer sein sollen, die die Möglichkeit haben, im ganzen Bundesland die gemeinsame Schule als Modellversuch umzusetzen und Wien nicht, sei "lächerlich", meinte Häupl in Bezug auf den Vorstoß von ÖVP-Bundesparteiobmann Reinhold Mitterlehner.

Mit Kritik haben FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus und ÖVP-Landesparteichef Gernot Blümel auf die Aussagen Häupls reagiert. "Wenn Häupl jetzt davon spricht, das Gymnasium zur Gesamtschule zu machen, heißt das nichts anderes, als auch noch eine bestens funktionierende Schulform in Wien zu ruinieren", meinte Blümel. Eine flächendeckende Gesamtschule wäre "sozialistische Gleichmacherei und Nivellierung nach unten", so Blümel.

"Dieser bildungstechnische Einheitsbrei würde das Niveau nur weiter nach unten drücken", kommentierte Gudenus. "Auch wenn man die Gesamtschule Gymnasium nennen würde, wie der Herr Bürgermeister vorgeschlagen hat, würde sich nichts an der Nivellierung nach unten ändern."

Gudenus übte außerdem Kritik an der Wohnpolitik der Wiener SPÖ. Diese habe viel zu spät auf die wachsende Stadt reagiert, in dem sie in den vergangenen Jahren den sozialen Wohnbau "so gut wie brach liegen ließ", kritisierte Gudenus. Nun werde "das Gesetz gebogen, um tatsächlich Quartiere für sogenannte Flüchtlinge schnell und unbürokratisch bauen zu können, während die Wienerinnen und Wiener wieder durch die Finger schauen und das Nachbarschaftsrecht sogar drastisch eingeschränkt wird", so Gudenus.