Erstellt am 14. September 2015, 12:25

von Michael Pekovics

Keiner weiß, wie's weitergeht. Bei einer Pressekonferenz zu Mittag in Heiligenkreuz nahm Landeshauptmann Hans Niessl Stellung zur aktuellen Thematik und forderte die Regierung auf, sich „selbst ein Bild zu machen“.

 |  NOEN, Pekovics
„Das Burgenland kann nicht alles alleine stemmen“, so Niessl. Den angekündigten Assistenzeinsatz des Bundesheers begrüßte der Landeshauptmann: „Damit wird eine Forderung von mir umgesetzt.“

3.000 Flüchtlinge in Heiligenkreuz

Niessl bedankte sich auch bei allen freiwilligen Helfern und den Einsatzkräften für ihr Engagement. Kritisiert wurde einmal mehr die mangelnde Kommunikationsbereitschaft von Ungarn, die Einsatzkräfte beziehen ihre Informationen zum Großteil über Medien oder über in Ungarn stationierte Beamte.
 
Aktuell sind im Südburgenland heute bereits 4.500 Flüchtlinge angekommen. Laut Angaben bei der Pressekonferenz sind derzeit 560 Personen im Messezentrum Oberwart, 105 im Pflegekompetenzzentrum Strem und 110 in St. Martin an der Raab untergebracht.

In Heiligenkreuz befinden sich aktuell weiterhin rund 3.000 Menschen. Mittlerweile sind die ersten Busse eingetroffen, um die Menschen von der Grenze wegbringen zu können. Rund 250 Polizisten sind im Einsatz, die Lage ist einigermaßen im Griff. Allerdings ist der Feldküche das Essen ausgegangen, das Rote Kreuz bittet um Spenden.

Wohin nun: Schwarzl-See, Fürstenfeld, ... ?

Fraglich ist allerdings, wohin die Flüchtlinge gebracht werden sollen. Im Gespräch sind aktuell einige Hallen beim Schwarzl-See in Graz, auch in Fürstenfeld könnten Quartiere geschaffen werden. Auch die Pfarre Rudersdorf hat angeboten, 30 Personen unterbringen zu können.

Über mögliche weitere Unterbringungsmöglichkeiten wurde bei der Pressekonferenz ebensowenig gesprochen wie über die Frage, was mit den Menschen, die aktuell in Heiligenkreuz warten, passieren soll.
 
Zahlreiche Taxis warten in Heiligenkreuz auf Fahrgäste. Viele Flüchtlinge sind der Meinung, in Nickelsdorf gelandet zu sein. Jene mit ausreichend finanziellen Mitteln haben sich per Taxi bereits auf den Weg nach Wien gemacht.