Update am 12. Oktober 2016, 07:22

von BVZ Redaktion und Doris Fischer

Aus Haft entlassener Burgenländer wieder zu Hause. Der 2011 festgenommene und im März 2013 in Kairo wegen Waffenschmuggels zu sieben Jahren Haft verurteilte Bad Sauerbrunner Hannes Führinger ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

Inhaftiert. Hannes Führinger saß seit 2011 in einem ägyptischen Gefängnis.  |  NOEN, privat

Der 36-Jährige kehrte nach Angaben des österreichischen Außenministeriums heute, Dienstag, nach Österreich zurück. Er landete an Bord einer Egyptair-Maschine am Nachmittag am Flughafen Schwechat.

Hannes Führinger, der sich mit einer Sicherheitsfirma selbstständig gemacht hatte, war am 2. November 2011 bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Kairo festgenommen worden.

Er war mit vier deklarierten Gewehren und 200 Stück Munition für seinen ersten großen Auftrag nach Ägypten gereist, bei dem es um die Bewachung eines Schiffstransports ging.

Entlassung erfolgte am Dienstag

Der Bad Sauerbrunner sei heute, Dienstag, aus der Haft entlassen worden, sagte Thomas Schnöll, der Sprecher des Außenministeriums. Die ägyptischen Behörden hätten einem im Dezember 2015 eingebrachten Antrag auf vorzeitige Entlassung stattgegeben.

Eine vorzeitige Haftentlassung sei in Ägypten nach der Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe möglich, erläuterte Schnöll. Das sei im Juli der Fall gewesen.

Führinger wurde mehrfach verlegt

Der Burgenländer verbrachte die Zeit in ägyptischen Gefängnissen - er wurde mehrfach verlegt - teilweise unter widrigsten Bedingungen. Im Sommer erreichten die Temperaturen in der Zelle bis zu 60 Grad, wie die Ehefrau des Burgenländers berichtet hatte. Den Haftraum musste Führinger sich mit bis zu 140 Menschen teilen.

Die hygienischen Bedingungen waren schlecht. Führinger hatte mehrfach massive gesundheitliche Probleme. Im vergangenen Frühjahr wurde bei dem Burgenländer eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert.

Kurz mit Brief an ägyptische Amtskollegen

In den fast fünf Jahren seiner Haftzeit in Ägypten wurde der Bad Sauerbrunner von den österreichischen Vertretungsbehörden betreut. Nach Angaben Schnölls wurde er mehr als 50 Mal besucht, Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) habe ein Schreiben an seinen ägyptischen Amtskollegen gerichtet.

Man habe alle außerordentlichen Rechtsmittel ausgeschöpft. Ein Gnadengesuch sei abgelehnt worden.

Rätselraten über Gesundheitszustand

Übergroß ist die Freude bei seiner Mutter Marlies Führinger. „Ich trau es mir gar nicht sagen, dass mein Sohn frei ist. Sofern alles gut geht, wird er um 14.30 Uhr in Wien Schwechat landen“, berichtet sie unter Tränen.

Sie wird zu Hause auf Hannes Führinger warten. Mehr könne sie dazu nicht sagen. Die Emotionen gehen hoch. Sie wisse auch nicht, wie der Gesundheitszustand ihres Sohnes momentan sei.