Erstellt am 09. März 2016, 17:16

von APA/Red

Heta-Showdown - beide Seiten einzementiert. Am Freitag um 17 Uhr steht fest, ob es für das Kärntner Abfindungsangebot für Heta-Anleihegläubiger gereicht hat oder nicht. Zwei Drittel müssen zustimmen, damit der Deal gilt. Am Mittwoch zeigten sich alle Seiten weiter einzementiert.

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Ein von deutschen Banken und Fonds angeführter Gläubigerpool, der rund 5 der 11 Mrd. Euro an ausstehenden landesgarantierten Bonds der früheren Hypo Alpe Adria (jetzt Heta) besitzt, will zur Stunde auch von einem durch den Bund nachgebesserten Angebot (Umschuldung auf 18-jährige Nullkuponanleihen der Republik) nichts wissen.

Mit einer offiziellen Emissions-Ankündigung solcher Zerobonds auf der Internetseite der Bundesfinanzierungsagentur war vor einer Woche das letztgültige Angebot Österreichs "amtlich" gemacht worden: Emissionszeitpunkt 18. März (falls der Rückkauf geklappt hat), 18 Jahre Laufzeit, Begebung zu 75 Prozent vom Nennwert.

Die großen, vor allem deutschen, Gläubiger pochten auch Mittwochfrüh immer noch auf Einhaltung der österreichischen Zahlungsverpflichtungen, namentlich auf die Kärntner Landesgarantie auf diesen Anleihen.

Wenige Institute haben bisher zugesagt

Nur ganz wenige (österreichische) Institute, darunter die Vorarlberger Hypo, haben bisher zugesagt, das Kärntner Rückkaufangebot sowie die Umschuldung in lang laufende Bundes-Zerobonds anzunehmen. Wann das vorläufige Endergebnis bekannt gegeben wird, hängt vom Ausgang ab. Ist das Ergebnis eindeutig, geht das schneller. Rein technisch könnte die Zählung bis nach dem Wochenende dauern. Für den heutigen Mittwoch Abend hatten die Investmentbanken erste Einreichungen einsammeln wollen.

Scheitert das Angebot, beginnt in Kärnten wieder das große Zittern. Vermögenswerte des Landes - darunter der von Gläubigern offen immer wieder als mehrere hundert Millionen schweres "Pfand" ins Spiel gebrachte Anteil am Energieversorger Kelag - würden bei drohender Insolvenz wohl zu "Verwertungsmasse". Auch wenn Kärnten dieses Asset um die Burg nicht antasten will.

Dass Gläubiger im Fall eines Scheiterns der Kärntner Anleiheablöseversuche unmittelbar die Landeshaftungen auf die Heta-Bonds einklagen können, wird indes nicht der Fall sein. Um solchen Klagen die Basis zu entziehen, dürfte die FMA als Abwicklungsbehörde neben einem drastischen Schuldenschnitt von mehr als 50 Prozent wohl schon sehr bald auch die Fälligkeit der Bonds auf etliche Jahre nach hinten erstrecken. Auch Zinsfälligkeiten gäbe es dann auf Jahre nicht. Auf Heta-Verwertungsvermögen könnte demnach erst nach Ende des Abwicklungsprocederes zurückgegriffen werden - und das liegt jenseits des Jahres 2020.

Gegen den von der FMA voriges Jahr vorerst vorläufig verfügten Zahlungsstopp laufen in Deutschland Gerichtsverfahren. Für diesen Freitag (11. März) war ursprünglich auch eine Urteilsverkündung vom Frankfurter Landgericht erwartet worden. Dieser Termin wurde nun auf den 18. März verlegt. Klägerin in dem Verfahren ist die deutsche HRE-Bad Bank FMS. Die Nachfolgegesellschaften der vom deutschen Staat geretteten ehemaligen Hypo Real Estate gehören zu den Wortführern in dem Gläubigerpool, der sich dem österreichischen Anleihe-Abfindungsangebot verweigert.