Erstellt am 22. Januar 2016, 21:24

Hirscher bei Kombi in Kitzbühel out. Der Franzose Alexis Pinturault hat in der Alpinen Kombination von Kitzbühel den Hattrick geschafft und seine Erfolge aus 2014 und 2015 wiederholt. Marcel Hirscher fädelte nach gutem Super-G im Slalom ein.

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Bester Österreicher wurde somit Romed Baumann als Sechster. Auch Super-G-Sieger-Sieger Aksel Lund Svindal ging leer aus.

Gespiegelt hat sich am Freitag im Kombi-Slalom auf dem Ganslernhang nicht das Wengen-Ergebnis, sondern das Eis. Auf glatter Piste hatten die Abfahrer nicht viel auszurichten, anders als auf dem Lauberhorn fanden sich die Techniker auf dem Podest wieder.

Pinturault siegte bei seinem zehnten Weltcuperfolg vor seinen Landsleuten Victor Muffat-Jeandet (+0,89 Sek.) und Thomas Mermillod Blondin (0,92) und kassierte 45.325 Euro Preisgeld. "Ich mag Kitzbühel, ich mag die Kombination aus dem Super-G und den Slalom hier", sagte Pinturault.

Hirscher lieferte eine starke Leistung im Super-G ab, hatte als 23. nur 1,90 Sekunden Rückstand auf Svindal und zählte sich selbst zu den Mitfavoriten. "Ich habe mich überwinden können und unten wie ausgemacht Reserve gelassen. Es läuft mehr als wie nach Plan", meinte er nach dem Speed-Teilbewerb. Ein Einfädler im Slalom machte alle Hoffnungen zunichte. Der Salzburger fuhr weiter, deutete aber im Ziel gleich mit Händen und Kopf, dass möglicherweise nicht alles korrekt war.

"Die Befürchtung hat sich bestätigt, scheiße, aber das ist Skifahren. Es war nicht so schlecht, hat sehr viel Spaß gemacht, war eine gute Probe", sagte er in Bezug auf den Spezialslalom am Sonntag. "In der Abfahrt fällt man weniger leicht aus, aber das Verletzungsrisiko ist größer. Eingefädelt ist eingefädelt, das gehört zum Slalom dazu."

Und Hirscher weiter: "Es gibt nicht viel zu sagen. So etwas kann im Slalom immer passieren. Das geht sehr schnell, speziell in dieser Disziplin", meinte der Salzburger, gab sich vor seinem Auftritt im Spezialslalom am Sonntag auf dem Ganslern aber zuversichtlich. "Der Speed war sehr, sehr gut und stimmt mich positiv."

Er müsse nun dieses Positive mitnehmen. "Der Rest ist, eh schon wissen, wie das Wort heißt", scherzte der 26-Jährige. Nach den Ausfällen in Wengen (Slalom) und Kitzbühel (Kombi) meinte Hirscher, der um den noch nie da gewesenen fünften Gesamtsieg in Folge kämpft: "Ich muss nun leider wieder ein weiteres Rennen abhaken. Im Moment rennt nicht alles zusammen, vielleicht fehlt einfach das Quäntchen Glück auf meiner Seite. Aber der Speed passt, das war schon mal schlechter."

Eine nächste Entscheidung im Weltcup könnte gefallen sein, meinte Hirscher, der wegen seiner Slalom-Fortsetzung nach dem Einfädler eine Geldstrafe von 999 Schweizer Franken (912 Euro) erhielt. "Aksel hat heute wieder eindrucksvoll gewonnen, da ist kein Kraut gewachsen gegen ihn. Wenn der so weiterfährt, kann man das drehen und wenden, wie man will."

Dass Svindal in der Kombi ebenfalls nicht punktete, dürfte Hirscher ein kleiner Trost sein. Der Norweger hat vor der Abfahrt am Samstag 107 Punkte Vorsprung im Gesamtweltcup.

Svindal musste allerdings nach seinem Ausfall gleich den Arzt konsultieren, es bestand der Verdacht auf eine Zerrung im Oberschenkel. Für die Abfahrt am Samstag sollte aber alles okay sein. Auch sein Teamkollege Kjetil Jansrud kam nach seinem 13. Platz in der Kombination nicht zur Startnummernauslosung für die Abfahrt, der Vierte der Gesamtwertung musste laut Norwegens Cheftrainer Christian Mitter ebenfalls behandelt werden.

Baumann hatte nach dem Super-G als Achter 0,92 Sekunden Rückstand auf Svindal. "Der Ganslern ist keine Wengen-Abfahrtsstrecke, im unteren Teil wird es sicher brutal schwierig werden", ahnte der Tiroler, der auf dem Lauberhorn Kombi-Achter war. "Es ist gegangen, die Kurssetzung war sehr fair, es waren keine Fallen eingebaut, aber gegen die Slalomspezialisten haben wir hier keine Chance", sagte er nach dem Torlauf als Gesamtsechter zufrieden (+1,85).

Auch für Vincent Kriechmayr war der achte Rang (2,31) nach dem neunten Platz in Wengen das zweite Kombi-Top-Ten-Ergebnis in Folge. "Slalom ist immer ein Kampf, da ist kein Spaß dabei. Was schade ist, dass ich im Super-G einige Fehler gemacht habe, aber ich bin zufrieden. Die Punkte nimmt man gerne mit", sagte der Oberösterreicher.

Der 23-jährige Weltcup-Debütant Niklas Köck ging nach dem 45. Super-G-Rang mit Startnummer zwei ins Rennen, landete auf dem 22. Rang und holte gleich seine ersten Punkte. "Es ist so eisig, so glatt. Als Speed-Fahrer weiß man nicht, was man da tun soll. Ganz okay für mein erstes Weltcuprennen", sagte der Tiroler.

Von den Österreichern waren die als Kombinierer angemeldeten Christian Walder, Christopher Neumayer, Johannes Kröll und Frederic Berthold bereits im Super-G ausgeschieden.