Erstellt am 20. Mai 2017, 08:17

von APA Red

Rouhani führt bei Präsidentschaftswahl deutlich. Bei der Präsidentenwahl im Iran steuert Amtsinhaber Hassan Rouhani auf einen Sieg zu. Ein Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der pragmatische Politiker liege uneinholbar vor seinem erzkonservativen Rivalen Ebrahim Raisi. "Es ist gelaufen. Rouhani hat gewonnen", sagte der Insider. Auch erste offizielle Ergebnisse deuteten auf eine zweite Amtszeit für den 68-Jährigen hin.

Rouhani steht vor zweiter Amtszeit  |  APA/dpa

Ein Vertreter des Innenministeriums erklärte, auf Rouhani entfielen ersten Auszählungsergebnissen zufolge bisher knapp 15 Millionen Stimmen, auf Raisi gut 10 Millionen. Das Endergebnis werde noch im Laufe des Tages bekannt gegeben. Offiziellen Angaben zufolge hatten mehr als 40 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Beteiligung von etwa 70 Prozent - in etwa wie bei der Abstimmung im Jahr 2013, als Rouhani mit einem fulminanten Sieg an die Macht gekommen war.

Die Bürger setzten auf seine Versprechen, das Land weltoffener und liberaler zu machen und die von Sanktionen geplagte Wirtschaft wieder anzukurbeln. In seiner Amtszeit schloss er mit den USA und anderen Weltmächten eine Vereinbarung zur Beschränkung des iranischen Atomprogramms. Im Gegenzug wurden die meisten Wirtschaftssanktionen aufgehoben.

Rouhanis Herausforderer Raisi argumentierte im Wahlkampf, dass sich die Wirtschaftslage nicht wie erhofft deutlich verbessert habe und die kleinen Erfolge bei den armen Schichten nicht angekommen seien. Er warf Rouhani Missmanagement vor und versprach in den Armenvierteln Jobs und Sozialhilfe. Das Atomabkommen hat nach seiner Darstellung nur den Gegnern Irans genutzt.

Der 56-jährige Raisi ist ein enger Vertrauter des geistlichen und politischen Führers, Ayatollah Ali Khamenei. Auch wenn sich Khamenei aus dem Wahlkampf weitgehend herausgehalten hat, galt es als sicher, dass er lieber Raisi auf dem Präsidentenstuhl sehen würde.