Erstellt am 13. Juni 2016, 14:08

von APA/Red

IS bekannte sich zu Massaker in Nachtklub von Orlando. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich zu dem Anschlag auf einen Nachtklub in den USA mit 50 Toten bekannt.

 |  NOEN, APA (AFP/Getty)

"Einer der Soldaten des Kalifats in den USA hat einen Angriff ausgeführt, bei dem ihm der Zugang zu einem Treffen der Kreuzzügler in einem Nachtklub für Homosexuelle in Orlando, Florida, gelungen ist", hieß es am Montag in einer IS-Stellungnahme im IS-Radiosender Al-Bayan.

Er habe über Hundert getötet oder verletzt, bevor er selbst getötet worden sei. "Gott hat Omar Mateen geholfen." Al-Bayan gilt als offizielles Verlautbarungsorgan der Jihadisten in ihrem Herrschaftsbereich in Syrien und dem Irak. US-Behörden ermitteln derzeit zu einem islamistischen Hintergrund der Schießerei am Sonntag. Bisher sehen sie keine direkte Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Todesschützen Omar Mateen und dem IS.

Der schwer bewaffnete Omar Seddique Mateen hatte in der Nacht auf Sonntag in einem beliebten Homosexuellenclub in Orlando 50 Menschen getötet und 53 weitere verletzt. Der 29-jährige US-Bürger afghanischer Abstammung wurde von der Polizei erschossen. Die Ermittler gehen Hinweisen auf ein islamistisches Motiv nach.

Wie bekannt wurde, arbeitete Mateen seit 2007 für die weltgrößte Sicherheitsfirma G4S in Florida und erwarb seine Waffen kurz vor der Tat legal. Das konnte er, obwohl das FBI 2013 und 2014 gegen ihn ermittelte. Dabei sei es auch um mögliche Verbindungen zum IS gegangen, sagte ein Vertreter der US-Bundesbehörde vor Journalisten. Mateens 2011 von ihm geschiedene Ex-Frau sagte, ihr Mann sei gewalttätig und psychisch labil gewesen. Sie bezeichnete ihn als nicht sehr religiös.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump forderte unterdessen nach dem Massenmord US-Präsident Barack Obama zum Rücktritt auf. Zudem sollte Hillary Clinton aus dem Rennen um die Präsidentschaft aussteigen, wenn ihr die Worte "radikaler Islam" nicht über die Lippen kämen.

Trump äußerte sich nach Berichten, dass der Täter von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) inspiriert war. Der Immobilientycoon bekräftigte via Twitter seine umstrittene Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime, die nicht in den USA geboren wurden. Trump hatte diese Forderung nach den Anschlägen von Paris im vergangenen November formuliert. Solange nicht klar sei, "was zum Teufel da los ist", sollen Muslime nicht in die USA einreisen können. Trump war für seine Forderung massiv kritisiert worden.

Clinton bezeichnete die Tat als einen "Akt des Terrors". Nun müssten die Anstrengungen verstärkt werden, die USA vor Bedrohungen aus dem In- und Ausland zu schützen, sagte die Ex-Außenministerin, die die Nachfolge von Präsident Barack Obama antreten will. Die beiden sagten wegen der Tat einen für Mittwoch geplanten gemeinsamen Wahlkampfauftritt ab.

Als Zeichen der Trauer und Solidarität mit den Opfern des Massakers in einem Homosexuellen-Club in Orlando erstrahlt der Mast an der Spitze des World Trade Centers in New York in Regenbogenfarben.