Erstellt am 19. Januar 2016, 13:25

von APA/Red

IS hält im Irak rund 3.500 Menschen als Sklaven gefangen. Die Extremistenmiliz Islamischer Staat hält nach UNO-Angaben schätzungsweise 3.500 Menschen im Irak als Sklaven gefangen.

 |  NOEN, APA (Archiv/epa)

Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder und gehörten zur religiösen Minderheit der Yeziden, heißt es in einem gemeinsamen Bericht der UNO-Hilfsmission für den Irak und des UNO-Büros für Menschenrechte.

Unter den Gefangenen sind demnach aber auch Angehörige anderer ethnischer oder religiöser Minderheiten. Das Vorgehen der IS gegen die irakische Volksgruppe der Yeziden könnte nach Einschätzung der UNO als Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder gar als versuchter Völkermord gewertet werden.

Der Bericht beschreibt, wie Gefangene erschossen, enthauptet, lebend verbrannt oder von Gebäuden gestoßen werden. Auch Kinder-Soldaten seien ermordet worden. Den Vereinten Nationen lägen Informationen vor, denen zufolge in der IS-Hochburg Mossul 800 bis 900 Kinder entführt wurden, um sie in militärische oder religiöse Ausbildung zu stecken.

IS verbreite systematisch Terror

Seit Anfang 2014 sind nach Angaben der Vereinten Nationen im Irak-Konflikt mindestens 18.800 Zivilisten getötet worden. 36.200 Zivilisten wurden in diesem Zeitraum verletzt, heißt es in dem Bericht weiter. Zudem waren zwischen Jänner 2014 und Oktober 2015 mehr als 3,2 Millionen Menschen in ihrem eigenen Land auf der Flucht. Der IS verbreite systematisch Terror.

Doch die Opferzahlen würden nicht ausreichend deutlich machen, wie sehr Zivilisten im Irak litten, sagte UNO-Menschenrechtskommissar Seid Ra'ad al-Hussein. Zahllose Menschen seien gestorben, weil sie keinen Zugang zu Wasser, Nahrungsmittel oder Medikamente gehabt hätten. Der Bericht lege den Horror offen, dem die irakischen Flüchtlinge zu entkommen versuchten, wenn sie sich auf den Weg nach Europa oder in andere Regionen machten.

Der IS war im Sommer 2014 im Irak in die Gebiete der Yeziden eingedrungen und hatte Tausende Menschen getötet und gefangen genommen. Die Extremisten bezeichnen die Jesiden als Teufelsanbeter. Die Gewalt gegen die Minderheit war der Anstoß für die USA, in den Konflikt einzugreifen.