Erstellt am 26. August 2016, 07:39

Renzi kündigt Präventionsplan für Erdbeben an. Nach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien mit mindestens 250 Toten hat Regierungschef Matteo Renzi einen Präventionsplan angekündigt.

 |  APA/ag.

Renzi sagte nach einem Kabinettstreffen am Donnerstagabend, Italien brauche eine Vision, die sich nicht nur auf den Umgang mit Notsituationen beschränke. Nötig sei ein Präventionsplan für Erdbeben, fügte er hinzu.

Zugleich gab die Regierung eine erste Nothilfe im Umfang von 50 Millionen Euro frei. Renzi räumte ein, dass die Sicherung alter Gebäude in Italien, das eine Reihe von Welterbestätten beherbergt, keine leichte Sache sei. Die historischen Zentren vieler Städte könnten nicht einfach "dem Erdboden gleichgemacht" werden. Es gebe aber durchaus moderne Technologien zum besseren Schutz der Gebäude.

Nach Angaben von Kulturminister Dario Franceschini wurden bei dem Erdbeben 293 historische Gebäude beschädigt oder zerstört, darunter viele Kirchen und Paläste aus dem Mittelalter. Bereits am Mittwoch hatte Franceschini einen speziellen Krisenstab eingerichtet und "Kultur-Blauhelme" mit der Begutachtung und Restaurierung der Schäden beauftragt.

Besonders schwer von dem Beben getroffen wurde der beliebte Ferienort Amatrice, der vom Kulturministerium auf der Liste der schönsten Dörfer Italiens geführt wird. Vom historischen Stadtzentrum ist praktisch kaum noch etwas übrig. So wurde etwa die 1428 gebaute Kirche San'Agostini komplett zerstört.

Amatrice ist indes am Freitag in der Früh erneut von starken Nachbeben erschüttert worden. Vor dem Erdstoß um 6.36 Uhr, dessen Magnitude der Zivilschutz vor Ort mit 4,8 angab, waren zwei etwas schwächere Beben registriert worden. Rettungseinheiten befürchten nun weitere Einstürze, die die Bergungsarbeiten erschweren würden.

Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in der Nacht auf Mittwoch schwinden in Amatrice die Hoffnungen, weitere Menschen lebend bergen zu können. Bei dem verheerendsten Erdbeben in der jüngeren Geschichte Italiens sind mindestens 250 Menschen ums Leben gekommen und weitere 365 verletzt worden. Die Zahl der Todesopfer könnte nach Angaben des Zivilschutzes noch steigen.