Erstellt am 22. Mai 2016, 13:07

Italien will weitere Soldaten an den Brenner schicken. Nach der Kritik des Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter (ÖVP) an der angeblichen Zunahme illegaler Übertritte am Brenner verstärkt Italien die Grenzkontrollen.

 |  NOEN, APA

Am Dienstag sollen 25 Soldaten in der Grenzregion eintreffen, verlautete am Sonntag aus Regierungskreisen in Bozen. Die Kontrollen des Straßen- und Bahnverkehrs seien bereits "äußerst strikt", würden aber noch weiter intensiviert, hieß es. Als Beleg dafür wurde gewertet, dass die Zahl der von Österreich zurückgeschobenen illegalen Migranten sehr niedrig sei und sich in den vergangenen zehn Tagen durchschnittlich "zwischen zwei und drei pro Tag" gelegen sei.

Platter hatte am Samstag gesagt, dass immer wieder Gruppen von Flüchtlingen zu Fuß auf ihrem Weg Richtung Norden zu beobachten seien. Er habe deswegen bei Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) protestiert, der ihm zugesichert habe, dass ab Dienstag zusätzlich 80 Beamte im Grenzraum eingesetzt würden.

Italien reagierte empört auf Platters Worte. "Wir haben großen Respekt vor dem Wahlkampf anderer Länder, doch wir haben vor allem großen Respekt vor der Wahrheit", sagte der italienische Migrationsstaatssekretär Domenico Manzione mit Blick auf die Bundespräsidentenwahl am heutigen Sonntag. Manzione berichtete, dass bereits 50 zusätzliche Beamte zur Verstärkung der gemischten Polizeistreifen an die Grenze geschickt worden seien.