Erstellt am 14. Dezember 2015, 11:20

von APA/Red

Jeder zweite Schutzweg unzureichend beleuchtet. Rund ein Viertel der im Vorjahr 4.100 verunglückten Fußgänger sind auf Schutzwegen Unfallopfer geworden.

Darauf machte der ÖAMTC am Montag aufmerksam und präsentierte eine Untersuchung, wonach etwa die Hälfte der Zebrastreifen schlecht beleuchtet ist. 37 Prozent der Unfälle auf Schutzwegen ereignen sich bei Dunkelheit. Für die Untersuchung hat der ÖAMTC nach eigenen Angaben je sechs Schutzwege ohne Signale in den Landeshauptstädten überprüft. In Wien waren es zehn. "Das Ergebnis zeigt, dass nur jeder zweite stichprobenartig ausgewählte Schutzweg den in der technischen Norm festgelegten Mindestwert von fünf Lux erreicht. Bei 13 Schutzwegen lagen mehr als die Hälfte aller Messpunkte unter dem Minimum", erläuterte ÖAMTC-Experte David Nose.

Dabei gab es regional stark unterschiedliche Ergebnisse: So entsprachen in Salzburg und Eisenstadt alle Schutzwege der Beleuchtungsnorm. In allen anderen Landeshauptstädten waren zumindest zwei Zebrastreifen zu wenig beleuchtet. In Bregenz erfüllten fünf der sechs überprüften Schutzwege die Vorgaben nicht.

Einseitige Beleuchtung ist Problem

Ein häufiges Problem stellt laut ÖAMTC eine einseitige Beleuchtung dar. Durch dunkle Bereiche auf den gegenüberliegenden Auftrittsflächen wird die Erkennbarkeit der Fußgänger für die Fahrzeuglenker erschwert. In den Wintermonaten häufen sich die Fußgängerunfälle, da die Zeit ohne Tageslicht länger wird. "Vielfach vertrauen Fußgänger bei Dunkelheit darauf, dass sie vom Fahrzeuglenker wahrgenommen werden. Wenn aber der Schutzweg schlecht beleuchtet ist, Fußgänger dunkle Kleidung tragen oder die Fahrzeugbeleuchtung mangelhaft ist, wird das rechtzeitige Erkennen eines Fußgängers erschwert", sagte Nose.

Der ÖAMTC forderte unter anderem die regelmäßige Überprüfung und Wartung von Schutzwegbeleuchtungen, blendfreie Beleuchtungskörper sowie eine hochwertige Ausstattung sensibler Querungsbereiche vor Schulen, Einkaufszentren, Seniorenheimen und ähnlichen Einrichtungen. Außerdem sollten Zebrastreifen und ihr Umfeld von Bewuchs frei gehalten werden. Dazu appellierte der Autofahrerklub an alle Lenker, gerade in der dunklen Jahreszeit vor Schutzwegen besonders aufmerksam und bremsbereit zu fahren und die seitlichen Bereiche zu beachten. Fußgänger sollten helle und reflektierende Kleidung tragen, Sichtkontakt zum Fahrzeuglenker suchen und idealerweise den Schutzweg mittig queren.

Auch in der Vorwoche kam laut Innenministerium in Österreich ein Fußgänger ums Leben. Insgesamt starben in der vergangenen Woche sechs Personen im Straßenverkehr - neben dem Passanten drei Autolenker, ein Mitfahrer und ein Radfahrer. Drei Opfer kamen in Niederösterreich ums Leben, je eines gab es im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark. Insgesamt gab es heuer nach vorläufigen Zahlen 457 Verkehrstote, jeweils deutlich mehr als 2014 (418) und 2013 (436).