Erstellt am 11. Oktober 2016, 12:42

Heim-WM soll Medaillen für Österreich bringen. Der Karatesport begibt sich in zwei Wochen in der Linzer TipsArena erstmals seit Erhalt des Olympia-Status auf große Bühne.

Alisa Buchinger und Bettina Plank gelten als Medaillenkandidaten  |  APA

Bei den 23. Weltmeisterschaften vom 25. bis 30. Oktober in Oberösterreichs Hauptstadt präsentieren rund 2.500 Aktive und Betreuer aus 130 Nationen ihren Sport, wobei 21 österreichische Karateka in Aktion treten. In 16 Klassen sind da auch einige Medaillenanwärter darunter.

Als solche gelten etwa Alisa Buchinger (Klasse bis 68 kg) und Bettina Plank (50) als Europameisterinnen 2015. "Es ist von jedem Sportler ein Traum, einmal Weltmeister zu werden", sagte Buchinger am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Wiener Innenstadt. Ähnlich äußerte sich ihre Vorarlberger Teamkollegin: "Die WM ist das Wichtigste und das Größte. Es ist unbeschreiblich, dass wir das daheim haben."

Seit heuer im Sommer sind die Weltmeisterschaften aber eben nicht mehr das Allergrößte im Karate, denn die Olympia-Premiere 2020 in Tokio ist in der Bedeutung noch etwas höher anzusiedeln. Die Titelkämpfe in Linz kommen da aber gerade recht, um sich sozusagen in die Auslage zu kämpfen. "Jetzt ist einmal die WM das Wichtigste", meinte Thomas Kaserer (67). "Danach widmen wir uns Olympia."

WM-OK-Chef Ewald Roth hat in seiner Funktion als derzeit ehrenamtlicher Verbandsgeneralsekretär einen - etwas verkürzten - Vierjahresplan für die Spiele in der Schublade. Näheres wird bei und nach der Außerordentlichen ÖKB-Generalversammlung am 20. November in Salzburg geklärt. "Olympia bringt uns in eine neue Kategorie", sagte Roth. "Ein jahrzehntelanger Weg ist damit zu Ende gegangen."

Vorerst hat er aber alle Hände zu tun, um die WM vorzubereiten. Und Roth hat große Pläne. "Wir wollen die bisher beste WM veranstalten", erklärte der Funktionär. 25.000 Besucher sind eingeplant, sie sollen die Lokalmatadoren antreiben. "Daheim ist das Feeling ganz etwas Anderes", erläuterte Stefan Pokorny (75). "Man muss schauen, dass man diesen Spaß vom Publikum auch auf die Matte bringt."

Gekämpft wird in den Hauptstilrichtungen Kata und Kumite, in Einzel- und Teambewerben. Während es bei Kata um die Exaktheit der Technik gegen einen imaginären Gegner geht, ist Kumite der Zweikampf. Zum zweiten Mal nach Bremen 2014 kämpfen auch Behinderte in den Klassen Sehbehinderung,, Rollstuhl und mental behindert um WM-Medaillen, und zwar gänzlich in das Programm eingebunden.

Während das österreichische Nationalteam dieses Wochenende noch ein Trainingslager in Salzburg absolviert, wird in Linz am WM-Rahmenprogramm gefeilt. Es wird an jedem der fünf Wettkampftage ein Karate-Wert vermittelt. Die Schwerpunkte sind Kultur, Verantwortung, Menschen mit Behinderung, Kunst und Sport. Ein Hit soll das WM-Lied "We are Karate" von Andie Gabauer werden.