Erstellt am 19. November 2015, 20:31

von APA/Red

Keine Sortierung nach Nationalität in Spielfeld. Am südsteirischen Grenzübergang Spielfeld ist die Ankunft und der Weitertransport von Flüchtlingen am Donnerstag gleich verlaufen wie schon in den Wochen davor. Eine Sortierung nach Nationalität finde nicht statt, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Steiermark Johannes Wonisch.

Dass Balkanländer etwa nur noch Syrer, Iraker und Afghanen weiterreisen lassen, spüre man bei den Ankünften in Spielfeld nicht. "Es kommen immer noch Menschen auch aus anderen Ländern. Das kann sich aber natürlich in den nächsten Tagen ändern," erklärte Wonisch. Das Prozedere bei der Ankunft der Menschen sei vorerst gleich wie bisher: So könne etwa auch ein Kosovare weiter nach Deutschland reisen oder einen Asylantrag in Österreich stellen. Seitens des Innenministeriums hieß es, dass den Auskünften der steirischen Polizei nichts hinzuzufügen sei.

Am Donnerstag erwarteten die Beamten in der Südsteiermark wieder Tausende Flüchtlinge. Der Zustrom sei vorerst noch bewältigbar, so lange die Menschen in Quartiere weitergebracht werden können: "Wir sind auch guter Hoffnung, dass es so bleibt", sagte Wonisch. Gegen 9.00 Uhr warteten etwa 3.200 Flüchtlinge in Spielfeld, 2.800 waren kurz vor dem Grenzübertritt in Sentilj. In Bad Radkersburg wurden für Donnerstag etwa 1.600 Flüchtlinge erwartet.

Durch den bevorstehenden Wetterumschwung am Wochenende pochten die steirischen Grünen auf einen "Plan B" für Spielfeld. Landtagsklubobmann Lambert Schönleitner sieht erhöhten Handlungsbedarf bei der Landesregierung: "Wir haben keine Zeit für einen innerösterreichischen Bundesländerkampf um Transit-Plätze. Wir müssen alles dafür tun, dass es keine Gefährdung für die Flüchtlinge gibt und dass wir im Fall einer Zuspitzung adäquat reagieren können, denn es kommt der Temperaturabfall."

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) schloss indes dezidiert aus, dass Präsenzdiener zum Grenzeinsatz herangezogen werden. Vielmehr gelte es, auf jene Profis in Bundesheer und Polizei zurückzugreifen, die die entsprechende Ausbildung und Erfahrung für die Herausforderungen eines Grenzeinsatzes mitbrächten, stellte der Minister laut Parlamentskorrespondenz am Donnerstag im Budgetausschuss klar.

Einem Milizeinsatz an der Grenze steht der Minister hingegen grundsätzlich nicht negativ gegenüber. Schon jetzt seien Teile der Miliz auf freiwilliger Basis dort tätig. Für den Fall, dass es in massivem Ausmaß zusätzlicher Kräfte bedarf, schloss Klug eine Heranziehung der Miliz nicht aus. Die Kosten des Assistenzeinsatzes konnte der Minister angesichts der noch nicht absehbaren Dauer nicht beziffern, zu rechnen sei aber mit einem zweistelligen Millionenbetrag.