Erstellt am 28. Februar 2016, 09:13

Klarer Sieg für Clinton in South Carolina. Im Rennen um die demokratische US-Präsidentschaftskandidatur hat Ex-Außenministerin Hillary Clinton einen weiteren Sieg errungen.

 |  NOEN, APA (AFP)

Kurz vor dem "Super-Dienstag" nächste Woche mit mehr als zehn Vorwahlen auf einmal schlug sie am Samstag in South Carolina ihren innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders um Längen - noch weitaus höher, als erwartet worden war.

Nach Auszählung fast aller Stimmen kam Clinton auf 73,5 Prozent, der Senator aus Vermont auf 26,0 Prozent. Es war nach Iowa und Nevada ihr bisher dritter Vorwahlsieg, während Sanders bisher nur in New Hampshire gewonnen hatte. Er gratulierte Clinton nach der Wahl zu ihrem Erfolg, ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er unbeirrt im Rennen bleiben werde.

Dem Ergebnis in South Carolina wird große Bedeutung zugemessen, weil es dort einen hohen demokratischen Anteil an afroamerikanischen Wählern gibt, auf die Clinton US-weit stark baut. Die Vorwahl in diesem südöstlichen Staat war daher der bisher erste große Test, ob Clintons Strategie aufgeht. Für Sanders kam es in South Carolina hingegen darauf an zu beweisen, dass er über eine breitere Wählerbasis verfügt als die zumeist jüngeren Leute, die ihn bisher getragen haben.

Nach ersten Analysen stimmten fast 100 Prozent der älteren schwarzen demokratischen Wähler für die ehemalige First Lady. Bei ihrer Wahlparty sagte sie: "Heute haben Sie eine Botschaft gesendet. Wenn wir in den USA zusammenstehen, ist keine Barriere zu groß, um durchbrochen zu werden."

Clinton geht nun deutlich gestärkt in den "Super Tuesday". Schon vor der Kandidatenkür in South Carolina war sie in Umfragen in fast allen der elf Staaten, die an diesem Tag bei den Demokraten Vorwahlen abhalten, vor Sanders gelegen. Der Senator hingegen kann bisher am kommenden Dienstag nur sicher von einem Sieg in seinem kleinen Heimatstaat Vermont ausgehen. Ein knappes Rennen könnte es zwischen Clinton und Sanders in Massachusetts geben.

Bei den Vorwahlen geht es um die Verteilung von Delegiertenstimmen für den Wahlparteitag im Sommer, auf dem der Spitzenkandidat oder die -kandidatin offiziell gekürt werden. Daneben gibt es aber auch noch eine Reihe von Delegierten, deren Votum nicht mit dem Ausgang der Vorwahlen verknüpft ist. Bei den Demokraten braucht ein Bewerber für den Gesamtsieg mindestens 2.382 Delegierte.

Die republikanischen Vorwahlen am 20. Februar in South Carolina hatte klar der umstrittene Multimilliardär Donald Trump für sich entschieden. Er führt auch insgesamt im Vorwahlrennen der Konservativen deutlich und geht mit den besten Aussichten in den "Super Tuesday".

Seine Hauptrivalen, die Senatoren Ted Cruz (Texas) und Marco Rubio (Florida), müssen am Dienstag unbedingt gut abschneiden, wenn sie Trump noch stoppen wollen. Für beide gilt es als praktisch als Muss, die Vorwahl in ihrem jeweiligen Heimatstaat zu gewinnen. In Texas steht sie am "Super Tuesday" bevor, in Florida erst am 15. März.