Erstellt am 08. April 2017, 15:57

von APA Red

Duell zwischen Petrik und Glawischnig im TV. Der Konflikt zwischen Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig und der Führung der Jungen Grünen dürfte nicht mehr zu kitten sein.

Die Parteichefin will sich einem kritischen Diskurs stellen  |  APA

In mehreren Interviews macht die Chefin der Bundespartei klar, dass mit Flora Petrik und ihren Vorstandskollegen keine Zusammenarbeit mehr denkbar sei. Die Länder könnten nun auf ihrer Ebene entscheiden, wie sie mit den örtlichen Jungen Grünen weiter machen.

Einer kritischen Diskussion will sich Glawischnig stellen, und zwar bei einem erweiterten Bundesvorstand am 21. April, wie sie gegenüber "Tiroler Tageszeitung" und "Österreich" betont. "Manchmal sind reinigende Gewitter hilfreich", meint sie in der "TT". Auch Glawischnigs Meinung nach hat die Partei zuletzt "unbestreitbar ein schlechtes Bild abgegeben".

Zudem soll der nächste Bundeskongress vorverlegt werden, nicht aber wegen der internen Streitigkeiten, sondern aufgrund der drohenden Neuwahlen, betont die Bundessprecherin gegenüber "Österreich". Glawischnig selbst wird sich dabei jedenfalls wieder um die Spitzenkandidatur bewerben.

Duell zwischen Petrik und Glawischnig im TV

Was den Streit mit den Jungen Grünen angeht, bilanziert die Parteichefin in "Österreich": "Mit Flora Petrik und ihren sechs Vorstandsmitgliedern ist keine Vertrauensbasis mehr vorstellbar. Auch von meiner persönlichen Seite nicht. Es ist jetzt Sache der Landesorganisationen zu schauen, wie man mit den Jungen weiter zusammenarbeiten kann."

Am Sonntag wird es in der Diskussionssendung "Im Zentrum" zu einem persönlichen Aufeinandertreffen Glawischnigs und Petriks kommen.

Das wiederum gefällt FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl nicht. Er fand es in einer Aussendung bemerkenswert, dass den "Zwangsgebührenzahlern" ein Einblick in die Beziehungskrise der Grünen geboten werde. "Besonders pikant" findet es Kickl, dass die Diskussion von Claudia Reiterer geleitet wird, deren Lebensgefährte Lothar Lockl zuletzt medial als möglicher Glawisching-Nachfolger genannt wurde.

Die Vorsitzende der Jungen Grünen, Flora Petrik, schießt indes wieder einmal gegen die Bundessprecherin. Ebenfalls im "Kurier" meint sie: "In den sieben Jahren, wo es die Jungen Grünen gibt, gab es kein einziges Treffen mit Eva Glawischnig. Sie folgte keiner unserer Einladung. Ich habe sie zum ersten Mal bei unserem letzten Gespräch vor dem Ausschluss getroffen. Ich glaube, sie ist ängstlich. Es existiert eine große Furcht, sich mit der Basis auseinanderzusetzen."

Glawischnig betont ihrerseits, dass sie in einer Partei nicht alles alleine machen könne. Die Gespräche mit der Jugend seien von ihrer Stellvertreterin Ingrid Felipe und dem Abgeordneten Albert Steinhauser geführt worden.