Erstellt am 16. Januar 2016, 16:49

Kraft gewann bei Skiflug-WM Bronze - Gold an Prevc. Die ÖSV-Skispringer sind bei Skiflug-Weltmeisterschaften auf dem Kulm weiterhin eine Medaillenbank. Auch bei der fünften Auflage von Titelkämpfen in der Heimat gab es Edelmetall - Stefan Kraft eroberte Bronze. Für den 22-Jährigen war es nach Normalschanzen-Bronze 2015 in Falun die zweite Einzelmedaille. Peter Prevc setzte seine Serie fort und holte nach dem Tourneesieg auch WM-Gold.

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Kraft gelang just bei der WM in Bad Mitterndorf/Tauplitz erstmals in dieser Saison der Sprung auf das Podest. Zuvor war der Salzburger im Weltcup dreimal Vierter und bei der Tournee Gesamt-Fünfter gewesen. "Es war mein großer Traum, bei der Heim-WM eine Medaille zu machen und den habe ich mir jetzt erfüllt", sagte der Tourneesieger von 2014/15. Prevc und Gangnes seien stärker gewesen, gab Kraft zu. "Auch wenn 10,9 Punkte Rückstand im Skifliegen nicht viel sind."

Mit 226,5 Metern im dritten Durchgang, dem einzigen am Samstag, behielt Kraft den dritten Rang. Bronze war mit 27,2 Punkten Vorsprung auf den Norweger Johann Andre Forfang, der bei 240 Metern stürzte, gut abgesichert.

Der Slowene Prevc eroberte nach fünfmal Silber oder Bronze erstmals einen Titel bei einem Großereignis. Mit Schanzenrekord im ersten und im dritten Durchgang war der 23-jährige Saisondominator (7 Weltcupsiege) ein würdiger Gewinner.

Am Samstag ermöglichte Aufwind nochmals enorm weite Flüge der Besten. Prevc sorgte mit 244 Meter für eine neue Bestmarke, nachdem er am Vortag bei 243 m gelandet war. Diese enorme Weite auf dem 2014 umgebauten Bakken im Salzkammergut stand Prevc sogar sicherer als seinen Flug am Vortag.

Der Norweger Kenneth Gangnes, der Halbzeit-Spitzenreiter, war im Probedurchgang bei 238 m gestürzt. Im Wettkampf segelte er dennoch auf 238,5 m und produzierte eine Sicherheitslandung.

"Ich spürte etwas meinen Nacken, aber ich war fit zum Springen", sagte der 26-Jährige, der auf dem langen Weg an die Spitze auch von zwei Kreuzbandverletzungen gebremst wurde. Am Ende fehlten ihm nur 3,3 Punkte oder drei Meter auf Gold. "Der Weg war lang, jetzt ist ein Traum wahr geworden", sagte der Schützling des Tiroler Trainers Alexander Stöckl.

Michael Hayböck und Manuel Poppinger steigerten sich gegenüber dem Vortag deutlich und machten Hoffnung auf ein gutes Team-Ergebnis am Sonntag (14.15 Uhr). Der Tournee-Dritte verbesserte sich mit einem tollen 228-m-Flug auf den elften Rang und der Tiroler wurde nach 209,5 m 17. Manuel Fettner (171 m) fiel als 25. allerdings deutlich ab. Das ÖSV-Quartett wird im Teambewerb in der Reihenfolge Kraft, Poppinger, Fettner und Hayböck antreten.

Der vierte Durchgang wurde wegen stark wechselnden Aufwindes, einer heranziehenden Windfront und angesichts der bald einbrechenden Dämmerung nicht mehr begonnen.