Erstellt am 30. Dezember 2015, 13:04

von APA/Red

Kulturgüter-Zerstörung hat laut Unesco enorme Ausmaße. Die Zerstörung archäologischer Stätten im Nahen Osten hat nach Darstellung des Unesco-Welterbezentrums dramatische Ausmaße angenommen.

Schwer betroffen sind Stätten in Syrien wie Palmyra  |  NOEN, APA (AFP/Archiv)

"Es wird in einem bislang einzigartigen Ausmaß zerstört und geplündert", sagte die heuer ernannte Direktorin des Zentrums, Mechtild Rössler, in einem Gespräch mit der dpa in Paris. 

Die illegalen Ausgrabungen in Syrien und im Irak seien dramatisch. Satellitenbilder zeigten, dass die antiken Stätten mittlerweile "wie ein Schweizer Käse" aussähen. Dadurch verschwinde nicht nur bedeutendes Kulturerbe. "Auch ein Teil der Geschichte geht dadurch verloren", sagte Rössler.

Die Kulturgüter würden vermutlich über den Libanon oder die Türkei nach Westeuropa geschmuggelt, in die Golfstaaten oder nach Nordamerika. Die Gefahr bestehe, dass illegal ausgeführte Objekte für die nächsten zehn Jahre verschwänden. "Wir können viel tun, nur brauchen wir dazu die Hilfe aller", kritisierte die deutsche Geowissenschafterin. Die Unesco sei nur so stark, wie die Staaten sie stark haben wollen.