Erstellt am 26. März 2016, 12:08

Kunstmarkt wird laut Albertina-Direktor immer kurzatmiger. Der Direktor der Wiener Albertina, Klaus Albrecht Schröder (60), macht eine sich immer schneller wandelnde Kunstwelt aus, um mehr Umsätze zu generieren.

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Trends würden auf Messen und Kunstveranstaltungen vorgestellt und nur wenige Monate später wieder vergessen. "Das mag für manche Kulturpessimismus sein, ich halte es für eine Gegenwartsanalyse", sagte Schröder.

So entstehe ein Preisdruck und ein Wertverständnis für Kunst, das sehr stark marktgetrieben sei. "So wenig wie heute hat sich noch nie eine Gegenwart für die Zukunft interessiert", meinte der Kunsthistoriker. Die Profilierung von neuen Künstlern durch Ausstellungen in Museen und Galerien sei schon fast vernachlässigbar geworden: "Wir machen keine Künstler mehr, sie werden vom Markt gemacht", so Schröder.

Nach Angaben des "Art Market Report" soll es 2015 einen weltweiten Umsatz am Kunstmarkt von 57,5 Milliarden Euro gegeben haben. Solche Schätzungen sieht Schröder skeptisch: "Das kommt mir so vor wie in der Ukraine, den Umsatz so mancher Oligarchen anhand ihrer Steuererklärung zu schätzen." Viel zu oft würde es in der Branche vorkommen, dass Schwarzgeld durch Kunstkäufe weiß gewaschen würde.

Dass Superreiche die Preise für Gemälde immer mehr in die Höhe treiben, sieht Schröder für Museumsbetreiber aber nicht als Problem an. "Wir haben uns diese Bilder auch nicht leisten können, als sie nur ein Viertel davon gekostet haben."