Erstellt am 22. September 2015, 16:47

von APA/Red

Ermittlungen wegen Dopingverdachts gegen Langläufer Wurm. Gegen den österreichischen Skilangläufer Harald Wurm laufen Ermittlungen wegen Doping-Verdachts. Nach der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) bestätigte am Dienstag auch die Staatsanwaltschaft Innsbruck, dass gegen Wurm ein Ermittlungsverfahren wegen des möglichen Verstoßes gegen das Anti-Doping Bundesgesetz läuft.

Weitere Enttäuschung im Nordischen Bereich kündigt sich an  |  NOEN, APA

 Details gab ein Sprecher der Behörde aber nicht bekannt.

Für Wurm gilt die Unschuldsvermutung. Der 31-jährige WM- und Olympiateilnehmer war für eine Stellungnahme am Dienstag neuerlich nicht erreichbar. Polizeiliche Ermittlungen gegen den Sprintspezialisten waren bereits am Montag bekannt geworden. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hatte diese bestätigt.

Der Österreichische Ski-Verband (ÖSV) hat schon seit Wochen Kenntnis von einer Hausdurchsuchung am 25. August bei Langläufer Wurm. Darüber hinaus verfüge der ÖSV nach Angaben von Sportdirektor Hans Pum aber über keine neuen Erkenntnisse. Pum kündigte am Dienstag jedenfalls ein hartes Durchgreifen für den Fall an, sollte sich der Verdacht gegen Wurm erhärten.

"Sollte sich herausstellen, dass da etwas gewesen ist, wird genauso wie in der Vergangenheit hart durchgegriffen. Es liegt in unserem Interesse, dass alles aufgeklärt wird", betonte Pum. Der ÖSV-Spitzenfunktionär gab anlässlich einer Skisprung-Pressekonferenz in Linz an, dass man gleich nach der Ende August stattgefundenen Hausdurchsuchung davon erfahren habe. Auch der Athlet selbst habe den Verband darüber in Kenntnis gesetzt.

Seit einem Monat gebe es aber keine weiteren Informationen, so Pum weiter. Wurm werde bis zur Klärung der Sache an keinen ÖSV-Kaderkursen teilnehmen und deshalb ausschließlich Stützpunkttraining absolvieren, ergänzte der Oberösterreicher.

ÖSV-Langlaufchef Markus Gandler stellte klar, dass der Skiverband in dieser Causa selbstverständlich mit den zuständigen Stellen zusammenarbeite. "Wir kooperieren mit allen, mit der NADA und mit dem Bundeskriminalamt", sagte Gandler am Dienstag. Auch mit Harald Wurm sei er im Kontakt gestanden, dieser habe ihm versichert, dass er alles aufklären könne. Bis dahin will sich Gandler nicht über Hintergründe äußern. "Ich warte auf Ergebnisse", erklärte Gandler, der sich eineinhalb Jahre nach dem EPO-Fall von Johannes Dürr bei Olympia schon wieder mit dem Doping-Thema herumschlagen muss.

Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) steht in der Sache im Informationsaustausch mit den Ermittlungsbehörden. Die NADA hofft, in den nächsten Wochen Akteneinsicht zu erhalten. Sollte sich dann ein konkreter Verdachtsmoment ergeben, könne man aktiv werden und es sei die Einleitung eines Prüfantrages der Rechtskommission möglich, hieß es am Dienstag.

Sollte sich der Verdacht gegen den mehrfachen Olympia- und WM-Teilnehmer Wurm bestätigen, setzt es für die diesbezüglich bereits mehrfach betroffene Sparte des Ski-Verbandes eineinhalb Jahre nach dem Dopingfall von Johannes Dürr bei den Winterspielen in Sotschi den nächsten Rückschlag. Vor Dürr hatten auch schon Olympiasieger Christian Hoffmann und der Skandal um die Langläufer und Biathleten bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin für einen erheblichen Reputationsschaden gesorgt.

Gegen Dürr, der wegen EPO-Dopings bis Februar 2016 gesperrt ist, waren bis zum heurigen Sommer strafrechtliche Ermittlungen wegen Dopingbetrugs gelaufen. Das Verfahren gegen den ehemaligen Teamkollegen von Wurm wurde im Juli diversionell erledigt, weil der vorher unbescholtene Dürr sich geständig gezeigt und Schadensgutmachung geleistet hatte.