Erstellt am 06. März 2016, 16:32

von APA/Red

Lawinenabgang in Tirol forderte ein Todesopfer. Zwei Frauen und ein Mann sind am Sonntagnachmittag südlich der Birgitzköpfl-Hütte im Gemeindegebiet von Birgitz (Bez. Innsbruck Land) in freiem Skiraum auf 2.050 Meter von einer Lawine erfasst und mitgerissen worden.

 |  NOEN, APA (Symbolbild)

Die beiden Frauen wurden dabei verschüttet, der Mann kam auf dem Lawinenkegel zu liegen. Für eine der beiden Verschütteten, eine Spanierin, kam jede Hilfe zu spät. Die zwei Frauen waren gegen Mittag gemeinsam mit dem Lebensgefährten der einen und einer weiteren Person - alle vier Staatsbürger verschiedener EU-Länder - auf Skiern bzw. mit Snowboards südlich von der Birgitzköpfl-Hütte in einen etwa 35 Grad steilen Hang eingefahren und wollten diesen unterhalb einer Lawinenverbauung in Richtung Axamer Lizum queren, teilte die Alpinpolizei Axams auf APA-Nachfrage mit. Dabei löste sich oberhalb der Gruppe ein Schneebrett und riss den Snowboarder und die beiden Frauen rund 150 Meter weit mit.

Beide Frauen wurden dabei komplett verschüttet, bei einer der beiden war noch eine Hand zu sehen. Der Snowboarder kam auf dem Lawinenkegel zu liegen und blieb unverletzt. Andere Tourengeher, die den Vorfall beobachtet hatten, setzten einen Notruf ab und gruben anschließend die Snowboarderin aus, deren Hand aus den Schneemassen herausragte. Sie blieb ebenfalls unverletzt. Danach suchten die Skifahrer nach der anderen Verschütteten, konnten sie rasch orten und gruben sie aus. Da die Frau nicht mehr atmete, begannen sie mit der Reanimation, die der Notarzt nach seinem Eintreffen erfolglos weiterführte. Die Frau - laut Alpinpolizei Mitte 30 - verstarb noch an Ort und Stelle.

Westhang ist gefürchteter Lawinenhang

Laut Bergrettung Axams ist der Westhang südlich des Naturfreundehauses ein gefürchteter Lawinenhang mit mehreren Lawinenverbauungen. Zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs seien insgesamt vier Tourengruppen in der Rinne unterwegs gewesen, laut Einsatzleiter Walter Stonig sei es jedoch "bei dieser Lawinenwarnstufe ein "No Go" da reinzugehen". "Das ist nicht nachvollziehbar", sagte er gegenüber der APA. Auf dem Hang habe absolutes Chaos geherrscht. Auch für die Einsatzkräfte sei die Bergung gefährlich gewesen.

An der Bergung waren unter anderem die Bergrettung Axams, mehrere Hundeführer, ein Notarztteam mit Hubschrauber und der Helikopter "Libelle" des Innenministeriums beteiligt.