Erstellt am 22. Januar 2016, 12:21

Mann betrog Energie Steiermark um 107.000 Euro. Rund 107.000 Euro hat ein 41-Jähriger, der bei der Energie Steiermark angestellt war, unterschlagen. Am Freitag musste er sich dafür im Grazer Straflandesgericht vor einem Schöffensenat verantworten.

 |  NOEN, APA (Schlager)

Weil er von Anfang an geständig war und mittlerweile den gesamten Schaden gutgemacht hat, kam er mit 1.800 Euro Geldstrafe und einer bedingten Haftstrafe davon. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Sache war für den Angestellten - er war für kurze Zeit sogar Bürgermeister einer kleinen Gemeinde - recht einfach gewesen: Er gab an, Geld für Flur- oder Leitungsschäden, für die die Energie Steiermark aufzukommen hatte, an die Geschädigten überwiesen zu haben. Tatsächlich setzte er einfach die Namen irgendwelcher Kunden ein und gab als Kontonummer seine eigene an.

26 Mal funktionierte das von 2005 bis 2008 klaglos, doch dann ließ er sich in eine andere Abteilung versetzen, "um nicht weiter in Versuchung zu geraten", wie sein Verteidiger meinte. Erst im Vorjahr flog alles auf, als ein Kunde Geld wollte, das laut Aufzeichnungen schon einmal ausbezahlt worden war.

"Er hat eine Lücke im Kontrollsystem seiner Firma ausgenützt", meinte Staatsanwalt Florian Farmer. "Wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen?", interessierte Richter Andreas Rom. "Ich habe über meine Verhältnisse gelebt, ich bin vier bis fünf mal in der Woche ausgegangen, war bei einigen Vereinen und habe oft Leute eingeladen", rechtfertigte sich der Beschuldigte. Es sei "relativ einfach" gegangen, denn die Firma habe "nicht sehr genau kontrolliert", schilderte er.

Mit einem Kredit und der Hilfe seiner Geschwister hat er nun den gesamten Schaden samt Zinsen wieder gut gemacht. Mittlerweile arbeitet er als Haustechniker bei einer Immobilienfirma und hofft, alles abbezahlen zu können. Das Urteil lautete auf 1.800 Euro Geldstrafe und eine bedingte Haft von vier Monaten. Er nahm an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.