Erstellt am 16. Mai 2016, 16:32

von APA/Red

Mann fuhr gegen Familie. Die Ermittlungen im Fall eines 29-Jährigen, der am Pfingstsonntag in Graz ungebremst auf seine Familie zugefahren ist, sind am Montag fortgesetzt worden.

 |  NOEN, APA

Der Mann steht laut Polizei unter dem Verdacht des versuchten Mordes, da keine Bremsspuren gefunden wurden. Seine Frau und die beiden Kleinkinder wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Befragung des 29-jährigen Rumänen hatte schon am Sonntag bis tief in die Nacht gedauert und war am Montag fortgesetzt worden. Doch es war auch nach Stunden nicht klar, warum der Mann am Sonntagnachmittag kurz vor 14.00 Uhr in der Mariengasse ungebremst auf seine Frau (31) und die beiden Kinder im Alter von ein und zwei Jahren losgefahren war. Er sah die drei am Gehsteig, wobei sich das einjährige Mädchen in einem Kinderwagen befand, schilderte Polizeisprecher Leo Josefus.

Nach Zeugenaussagen soll der Autofahrer zunächst langsam gefahren, dann aber Gas gegeben haben, über die Gegenfahrbahn gerast und genau auf die Gruppe zugefahren sein. Die Mutter und die Kinder konnten sich etwas zur Seite retten, der Wagen krachte in die Hausmauer. Auch ein Passant konnte sich durch einen Sprung in Sicherheit bringen.

"Körperlich geht es allen drei gut, das andere können wir nicht beurteilen", sagte LKH-Pressesprecherin Simone Pfandl-Pichler der APA. Das einjährige Mädchen kam mit Prellungen davon, der Bub hatte eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung erlitten und war zunächst auf der Intensivstation behandelt worden. Mittlerweile wurde er verlegt. Die 31-Jährige Mutter hatte eine Verletzung im Brustbereich erlitten, sie dürfte das Spital aber nach Auskunft der Pressesprecherin vermutlich schon am Dienstag verlassen. Am Montag waren noch alle drei im LKH Graz zur Behandlung bzw. Beobachtung.

29-Jährige flüchtete zu Fuß

Nach der Tat flüchtete der 29-Jährige zu Fuß, er konnte aber wenig später festgenommen werden. Obwohl das Auto einen Totalschaden hatte, blieb der 29-Jährige unverletzt. Er soll seine Frau schon zuvor mehrmals geschlagen und bedroht haben, was genau der Auslöser für die Tat am Sonntag war, konnte trotz stundenlanger Einvernahme noch nicht geklärt werden. Nun dürfte laut Polizei ein psychiatrischer Sachverständiger bestellt werden, um die Zurechnungsfähigkeit des Verdächtigen abzuklären. Angeordnet wurde außerdem eine Untersuchung des Autowracks durch einen technischen Gutachter.

Vor fast einem Jahr, am 20. Juni 2015, war ein Mann mit seinem Geländewagen durch die Grazer Innenstadt gerast und hatte dabei drei Menschen getötet und 36 Fußgänger zum Teil schwer verletzt. Er befindet sich seither in Untersuchungshaft, derzeit wird auf ein drittes psychologisches Gutachten über seine Zurechnungsfähigkeit gewartet, da sich die beiden ersten Sachverständigen nicht einig waren.