Erstellt am 16. Mai 2016, 11:36

von APA/Red

Mann raste auf Familie zu - Keine Bremsspuren. Die Ermittlungen im Fall jenes Mannes, der mit dem Auto am Sonntag in Graz auf seine Familie zufuhr und sie schwer verletzte, sind am Montag fortgesetzt worden. Der Verdächtige soll nach Angaben der Polizei seine Frau schon mehrmals geschlagen und bedroht haben, das genaue Motiv war auch nach einer mehrstündigen nächtlichen Einvernahme noch unklar.

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Am Pfingstsonntag kurz vor 14.00 Uhr fuhr der 29-jährige Rumäne in der Mariengasse mit seinem Auto, weil er dort seine Frau (31) und seine beiden Kinder im Alter von ein und zwei Jahren vermutete. Als er die drei sah, soll er das Fahrzeug beschleunigt haben, die Gegenfahrbahn gekreuzt und in die Hausmauer gekracht sein. Ein Passant konnte sich durch einen Sprung retten, die Frau und die Kleinkinder wurden schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, hieß es seitens der Polizei.

Nach der Tat flüchtete der Lenker zu Fuß, er konnte aber kurze Zeit später gefasst werden. Obwohl das Auto einen Totalschaden hatte, blieb der 29-Jährige unverletzt. Er wurde bis spät in die Nacht einvernommen, doch laut Ermittler Anton Kiesel vom Landeskriminalamt war das Motiv weiterhin unklar. Die Befragung wurde daher am Pfingstmontag fortgesetzt, der Rumäne wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Da keine Bremsspuren gefunden wurden, gehen die Ermittlungen in Richtung Mordversuch. Angeordnet wurde außerdem eine Untersuchung des Autowracks durch einen technischen Sachverständigen.

Vor fast einem Jahr, am 20. Juni 2015, war ein Mann mit seinem Geländewagen durch die Grazer Innenstadt gerast und hatte dabei drei Menschen getötet und 36 Fußgänger zum Teil schwer verletzt. Er befindet sich seither in Untersuchungshaft, derzeit wird auf ein drittes psychologisches Gutachten über seine Zurechnungsfähigkeit gewartet, da sich die beiden ersten Sachverständigen nicht einig waren.