Erstellt am 30. Januar 2016, 14:50

von APA/Red

Mehr als 30 Flüchtlinge vor türkischer Küste ertrunken. Vor der türkischen Ägäisküste sind bei einem Schiffsunglück am Samstag mindestens 33 Flüchtlinge und Migranten ums Leben gekommen.

Viele Flüchtlinge versuchen, von Canakkale nach Lesbos zu gelangen  |  NOEN, AFP

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP befand sich an dem Küstenabschnitt nahe der türkischen Stadt Ayvacik, als dort die Leichen von etwa 20 Opfern des Unglücks lagen. Darunter war ein Baby, dessen Gesicht von einer Mütze bedeckt war. Ein Schnuller lag ganz in der Nähe. Zu sehen war auch ein zweites Baby, das tot aus dem Meer geborgen worden war. Sowohl unter den Opfern als auch unter den Überlebenden bildeten Frauen und Kinder die Mehrheit.

"Wir sind so traurig", sagte ein Überlebender unter Tränen. "Mindestens 20 unserer Freunde gelten als vermisst." Die meisten der Flüchtlinge kommen aus Syrien und Afghanistan, einige aus Burma. Das gekenterte Boot lag 50 Meter vor der türkischen Küste. Rettungswesten und persönliche Habseligkeiten der Ertrunkenen lagen am Strand.

Trotz des Winterwetters begeben sich immer noch jede Woche tausende Menschen auf die gefährliche Überfahrt in Richtung Europäische Union. Erst am Donnerstag waren 24 Flüchtlinge beim Untergang ihres Boots vor der griechischen Insel Samos umgekommen, am Mittwoch ertranken sieben Menschen. In der vergangenen Woche kamen in dem Gebiet 45 Flüchtlinge bei drei Schiffsunglücken ums Leben.

Nach UN-Angaben kamen seit Beginn des Jahres mehr als 44.000 Flüchtlinge nach Griechenland, mehr als 200 Menschen starben bei der Überfahrt oder gelten als vermisst. Nach Erhebungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) stammen 84 Prozent der 44.000 Eingetroffenen aus Konfliktgebieten.

Die Türkei hat wegen des Bürgerkriegs in Syrien nach eigenen Angaben rund 2,2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Hinzu kommen 300.000 Iraker. 2015 entwickelte sich eine starke Wanderungsbewegung aus der Türkei Richtung Nord- und Westeuropa.