Erstellt am 18. Oktober 2015, 14:33

Merkel trifft in Istanbul Erdogan und Davutoglu. Erstmals seit mehr als zweieinhalb Jahren ist die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Besuch in der Türkei eingetroffen.

 |  NOEN, APA (epa)

Die CDU-Vorsitzende will am Sonntag in Istanbul wegen der Flüchtlingskrise in Europa mit Regierungschef Ahmet Davutoglu und mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Gespräche führen.

Ein Treffen mit Oppositionsvertretern ist in dem von der Bundesregierung veröffentlichtem Besuchsprogramm nicht vorgesehen. Kritiker werfen Merkel vor, Erdogan und die islamisch-konservative Regierungspartei AKP mit dem Besuch zwei Wochen vor der Parlamentswahl aufzuwerten. Merkel verteidigte ihre Reise. "Europa kann seine Außengrenze nicht allein schützen, wenn wir nicht auch ein Abkommen mit der Türkei schließen", sagte sie vor dem Besuch.

In der Türkei finden in zwei Wochen Neuwahlen statt. Merkel führt in Istanbul Gespräche mit dem Ministerpräsident und Chef der islamisch-konservativen AKP, Ahmet Davutoglu, und mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Es soll vor allem um die Bewältigung der Flüchtlingskrise gehen.

Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP warf Merkel einen "schmutzigen Handel" mit der Türkei vor. "Es wird gesagt: Schick uns keine Flüchtlinge mehr, mache dem ein Ende und nimm dafür drei Milliarden Euro", sagte der HDP-Vize-Chef Nazmi Gür. Die schlimme Lage der Flüchtlinge sei jedoch kein Thema. "Diese Feilscherei ist beschämend", sagte er. Merkel müsse zudem Erdogans Syrienpolitik ansprechen, forderte er. Deren Scheitern habe das "Menschheitsdrama" erst herbeigeführt.