Erstellt am 09. April 2017, 14:54

von APA Red

Österreichs Davis-Cup-Team unterlag Weißrussland. Österreichs Davis-Cup-Team ist auch 2018 nicht erstklassig. Gerald Melzer verlor am Sonntag das dritte Einzel beim Länderkampf in Minsk gegen die weißrussische Nummer eins Ilja Iwaschka nach 2:40 Stunden 6:7(3),6:3,3:6,1:6. Die Gastgeber hatten damit die uneinholbare 3:1-Führung fixiert, auf das Schlusseinzel konnte am Sonntag verzichtet werden.

Melzer verlor auch sein zweites Einzel  |  APA/ag

Während die Weißrussen vom 15. bis 17. September um den Aufstieg in die Weltgruppe kämpfen, spielt Österreich zum gleichen Termin zunächst daheim gegen Rumänien. Bei einem Sieg ist der Klassenerhalt geschafft, im Falle einer weiteren Niederlage müsste ein weiterer Länderkampf über den Abstieg entscheiden.

Einmal mehr hat sich gezeigt, dass Papierform und Ranglistenplatzierungen kein Freibrief für Erfolge sind. Ilja Iwaschka (ATP-172.) war sowohl am Freitag gegen Jürgen Melzer (156.), als auch am Sonntag gegen Gerald (109.) eigentlich Außenseiter gewesen, und Egor Gerasimow (263.) war dank Challengersieg und starker Form am ersten Tag für Gerald Melzer außer Reichweite gewesen. Was blieb, war der Doppelpunkt am Samstag durch Julian Knowle und Jürgen Melzer und zumindest wieder ein Heimspiel vom 15. bis 17. September.

"Iwaschka hat schon am Freitag gegen Jürgen sehr gut gespielt, ich wusste, also, was mich erwartet", konstatierte Gerald Melzer, dessen Davis-Cup-Bilanz nach sechs Einzel nun bei 1:5 steht. "Ich habe sofort ins Match gefunden. Leider konnte ich vom Break im dritten Satz nicht profitieren. Nach dem Rebreak hat er wieder unglaubliche Bälle gespielt."

Melzer gelang im ersten Satz zwar zum 3:2 das erste Break des Spiels, allerdings gab er den Vorsprung mit einem Doppelfehler gleich wieder ab. Ein Missgeschick, das sich wiederholen sollte. Der erste Durchgang ging ins Tiebreak, das Iwaschka souverän zur 1:0-Satzführung gewann. Als dem Lokalmatador gleich im ersten Game ein Break gelang, drohte das Match einseitig zu werden, doch Melzer breakte sofort zurück. Der 26-jährige Weltranglisten-109. verbiss sich immer mehr ins Match und steigerte sich auch im Vergleich zum Freitag-Einzel. Ein Break zum 4:2 ebnete Melzer dann den Weg zum Satzausgleich, während sein Gegner erstmals auch Schwächen bzw. Nerven zeigte.

Der Niederösterreicher ging auch im dritten Durchgang gleich mit 2:0 bzw. 3:1 in Führung, aber Iwaschka fing sich wieder und drehte auch unter Mithilfe Melzers (Doppelfehler zum 3:3 Rebreak) das Match wieder zu seinen Gunsten. Melzer machte nach dem 3:1 keine Game mehr, nicht weniger als fünf Asse in den Aufschlag-Games zum 4:3 und 6:3 sorgten wieder für die Führung Iwaschkas nach 2:12 Stunden. Ein frühes Break zum 2:1, neuerlich nach einem Doppelfehler Melzers, brachte Iwaschka dann endgültig auf die Siegerstraße. Österreichs Nummer eins gelang kein Game mehr.

Kapitän Stefan Koubek attestierte Melzer "ein großartiges Match": "Er hat gekämpft, hatte ihn fast. Es war eigentlich nur ein Game im dritten Satz, das die Partie entschieden hat, das Rebreak zum 3:3. Dann nahm das Match seinen Lauf und Gerald hat nicht mehr zurückgefunden. Wobei Iwaschka dann auch jede Kugel getroffen hat", sagte der Kärntner, der den Gastgebern Respekt zollte. "Die Weißrussen haben hier gegen uns auf Top-Level gespielt und im richtigen Moment die Hochform gefunden. Gratulation."

Der ebenfalls mitgereiste ÖTV-Präsident Robert Groß hatte nach dem Sieg im Doppel noch einmal gehofft. "Für Gerald war es schwer, weil wir den Punkt unbedingt gebraucht haben", sagte der Oberösterreicher, der sich nun zwar mit dem "falschen" Heimspiel beschäftigen wird. Vor dem Minsk-Trip hatte man ja auf ein Heimspiel im Weltgruppen-Play-off gehofft. "Natürlich wären wir lieber in der Relegation für die Weltgruppe angetreten. In den kommenden Tagen werden wir uns mit allen Beteiligten zusammensetzen, besprechen, wer gegen Rumänien spielen will, und welcher Belag gewünscht wird."

Der Ordnung halber: Ein Sieg gegen Rumänien bedeutet den Klassenerhalt, eine neuerliche Niederlage würde einen weiteren Länderkampf im Oktober gegen den Abstieg bedeuten.

Im Halbfinale steht unterdessen Australien. Nick Kygrios hat den australischen Tennis-Herren im Duell mit den USA den Aufstieg beschert. Die aktuelle ATP-Nummer 16 besiegte Sam Querrey 7:6(4),6:3,6:4 und sicherte dem Heimteam in Brisbane so den entscheidenden dritten Punkt. In der Vorschlussrunde bekommen es die Australier, die auf den ersten Titel seit 2003 hoffen, mit Belgien oder Italien zu tun.

"Ich könnte nicht stolzer auf die Jungs sein", sagte Australiens Kapitän Leyton Hewitt. "Sie haben so viel Aufwand reingesteckt und verdienen es." Australien waren nach den beiden Einzel am Freitag bereits 2:0 in Front gelegen, am Samstag verkürzten die USA dank des von Steve Johnson und Jack Sock gewonnen Doppels auf 1:2. Am Sonntag sorgte John Isner nach der Niederlage von Querrey gegen Kyrgios mit einem 7:6(5),6:3 über Sam Groth schließlich für den 3:2-Endstand.