Erstellt am 13. Mai 2016, 13:34

von Paul Haider

Mordprozess ab 28. Juni. Der mutmaßliche Täter in Potzneusiedl im Nordburgenland war Testamentserbe des Opfers. Seine Freundin soll ihn bei der Tat unterstützt haben.

Tatort. In ihrem Haus in Potzneusiedl wurde die 57-jährige am 6. September mit einem Messerstich in die Brust und Schlägen auf den Kopf mit einer Eisenstange ermordet.  |  NOEN, Haider

Die Ermittlungen im Mordfall vom 6. September des Vorjahres, bei dem eine 57-jährige Frau in Potzneusiedl getötet wurde, sind abgeschlossen. Das Landesgericht Eisenstadt hat am Freitag die Verhandlungstermine bekannt gegeben: Am 28. und 29. Juni findet der Mordprozess gegen den ehemaligen Lebensgefährten der Ermordeten und dessen Freundin statt..

Die Anklage lautet auf Mord und schweren Raub im Fall des Mannes und Beihilfe zum Mord und Hehlerei für die Frau. Es gilt die Unschuldsvermutung.

In der Anklageschrift wurden nun auch erstmals die Details des Mordfalles offiziell bekannt gegeben.

Details der Mordnacht veröffentlicht

Die Ereignisse im Überblick: Am 6. September soll sich der Angeklagte von seiner Freundin zunächst zum Bahnhof in Parndorf und später zum Haus des Opfers in Potzneusiedl chauffiert haben lassen.

Daraufhin sei seine Freundin zurück nach Parndorf, zu einem vereinbarten Treffpunkt gefahren. Währenddessen hat sich die Bluttat in Potzneusiedl, laut Anklageschrift, folgendermaßen zugetragen: Der Täter nahm sich ein Messer aus dem Messerblock in der Küche des Opfers, das er der 57-Jährigen in die Brust rammte. Danach versetzte er der Frau mit einer Eisenstange sechs wuchtige Schläge auf den Kopf. Sie starb an den Verletzungen am Kopf und im Brustbereich.

Danach soll der Mann 1.990 Euro in Bar und eine Spiegelreflexkamera aus dem Haus des Opfers gestohlen haben und sich anschließend zum Treffpunkt in Parndorf begeben haben, heißt es in der Anklage weiters. Dort hätten er und seine Freundin, wie vor der Tat vereinbart, die Eisenstange entsorgt. Danach seien sie wieder in die Wohnung der Angeklagten in Gerasdorf bei Wien gefahren.

Als Tatmotiv führt das Landesgericht wirtschaftliche Gründe an: Der Beschuldigte sei der aktuelle Testamentserbe der Ermordeten und zudem Begünstigter ihrer Lebensversicherung gewesen. Seine aktuelle Lebensgefährtin sei in den Plan eingeweiht gewesen und habe ihm in der Mordnacht ihr Fahrzeug überlassen. Zudem habe sie 465 Euro des gestohlenen Geldes und die Spiegelreflexkamera übernommen und in ihrer Wohnung versteckt.

DNA-Spuren am Körper der Ermordeten

Am Tag nach der Tat kam der Beschuldigte wieder nach Potzneusiedl und verständigte die Polizei. Er gab an, seine ehemalige Lebensgefährtin tot vorgefunden zu haben. Das Küchenmesser steckte noch in der Brust der Frau. Die Polizei nahm den Mann sofort fest.

Gegen ihn wird nun eine erdrückende Beweislast angeführt. Laut Anklage wird er zudem durch zahlreiche DNA-Spuren am Körper des Opfers belastet.