Erstellt am 10. Februar 2016, 15:09

Mutmaßlicher Vergewaltiger: Bereits zehn Opfer bekannt. Nach der Festnahme eines 22 Jahre alten mutmaßlichen Vergewaltigers in Wien werden immer mehr Opfer bekannt.

 |  NOEN, APA (Archiv/Newald)

Bisher wurden dem Mazedonier zehn Taten zugeordnet, sagte Polizeisprecher Christoph Pölzl am Mittwoch der APA. In neun Fällen blieb es bei Versuchen, eine 15-Jährige wurde laut Polizei Opfer einer vollendeten Vergewaltigung.

Der Mann verübte seine Taten zumindest von Ende November bis Anfang Februar in den Bezirken Leopoldstadt und Donaustadt. Der 22-Jährige ging immer nach dem selben Modus Operandi vor und verfolgte die Frauen auf ihrem Heimweg, wo es dann zu den Übergriffen kam. Die Polizei rechnet damit, dass es weitere Opfer gibt. "Wir bitten Frauen, die sich bisher eventuell aus Angst und Schamgefühl nicht gemeldet haben, unbedingt Anzeige zu erstatten", sagte Pölzl.

Die bisher bekannten Übergriffe beging der Serientäter meist in den Abend- oder Nachtstunden. Die Opfer sind zwischen 15 und 53 Jahre alt. Am 11. Dezember soll der 22-Jährige in der Donaustadt die 15-Jährige vergewaltigt haben. Auch hier verfolgte er die Jugendliche gegen 18.30 Uhr auf ihrem Nachhauseweg bis in ein Wohnhaus. Noch bevor die 15-Jährige in den Lift steigen konnte, kam es zu dem Angriff. Der Täter hielt der jungen Frau den Mund zu, dass sie nicht schreien konnte, ehe er sie vergewaltigte. Die 15-Jährige und ihre Mutter gingen sofort zur Polizei und erstatteten Anzeige.

Dass es in neun Fällen bei versuchten Vergewaltigungen blieb, lag auch an der heftigen Gegenwehr der Opfer. Ihnen griff der Mann jeweils zwischen die Beine, die Frauen riefen laut um Hilfe und konnten flüchten.

Begonnen hatten die versuchten Vergewaltigungen des Serientäters am 26. November in der Donaustadt. Hier schlug der Mann seinem 40-jährigen Opfer auch mit der flachen Hand ins Gesicht. Am 29. November verging er sich in der Leopoldstadt an einer 26-Jährigen in einer Tiefgarageneinfahrt ihres Wohnhauses. Er berührte erst die junge Frau im Intimbereich, diese biss dem Beschuldigten in die Hand, woraufhin er flüchtete. Jedoch kehrte er nochmals zurück, stieß sein Opfer zu Boden und berührte es erneut im Intimbereich. Als die wehrhafte Frau erneut zubiss, stahl der Mann ihre Geldbörse und flüchtete.

Am 4. Jänner verging er sich in der Donaustadt an einer 16-Jährigen. Am 19. Jänner verfolgte er eine 26-Jährige wieder bis ins Stiegenhaus ihrer Wohnung und griff ihr unter den Rock. Am 21. Jänner traf er in der Donaustadt bereits in einem Bus auf sein späteres Opfer, folgte der 24-Jährigen und bedrängte sie in einem Mehrparteienhaus. Als der Lebensgefährte der Frau hinzukam, flüchtete der Beschuldigte.

Vier Tage später soll sich der Mann binnen weniger Stunden an gleich drei Frauen vergangen haben. Den ersten Übergriff verübte er kurz nach 13.00 Uhr in der Leopoldstadt, er verfolgte eine 53-Jährige und schlug ihr auch ins Gesicht. Kurz nach 18.00 Uhr wurde in der Donaustadt eine 35-Jährige sein Opfer, er folgte der Frau wieder bis in ein Stiegenhaus und griff ihr zwischen die Beine. Keine zwei Stunden später wurde er ebenfalls in der Donaustadt in einer Straßenbahn auf eine 21-Jährige aufmerksam, stieg gleichzeitig mit der jungen Frau aus und griff ihr auf das Gesäß. Die Frau wehrte sich, als auch ihr Freund und ein Bekannter hinzukamen, flüchtete der Serientäter. Am 2. Februar soll er dann noch eine 18-Jährige in der Leopoldstadt verfolgt und ihr mehrmals unter den Rock gegriffen haben.

Am 8. Februar wurde der 22-Jährige festgenommen. Einen Anwalt lehnte er bisher ab. In den Einvernahmen verstrickte er sich in Widersprüche und zeigte sich bisher nicht geständig. Er gab stattdessen an, dass er lediglich Spaß haben wollte. Teilweise behauptete der Beschuldigte auch, zu den Tatzeiten in Mazedonien gewesen zu sein, was jedoch von den Ermittlern bereits widerlegt wurde.

Die Polizei hatte am gestrigen Dienstag Fotos des Mannes veröffentlicht. Daraufhin meldete sich eine weitere Frau mit unterdrückter Nummer telefonisch bei den Ermittlern. Sie berichtete von einem Übergriff des Mazedoniers im Dezember, und gab an, dass sie damals keine Anzeige erstattet habe und das auch jetzt nicht möchte, und legte auf.

Die Polizei hofft nun, dass sich diese Frau nochmals meldet. Pölzl wies darauf hin, dass weitere Opfer dem Beschuldigten nicht mehr unter die Augen treten müssen. "Die Gegenüberstellungen finden so statt, dass er die Opfer nicht sehen kann. Auch bei den Einvernahmen nehmen wir besonders Bedacht", betonte der Polizeisprecher. Zweckdienliche Hinweise werden vertraulich behandelt und vom Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01/31310/33310 oder 33800 (Journaldienst) entgegengenommen.