Erstellt am 23. September 2016, 13:25

Wirtschaftskammer warnt vor "Kanzlei Schmidt". Eine Berliner Anwaltskanzlei setzt burgenländische Unternehmen unter Druck. Per Fax wird zur Zahlung von 950 Euro für das Abrufen eines Erotikfilms aufgefordert. Ein perfider Betrugsversuch.

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Vielen burgenländischen Unternehmern ist dieser Tage ein Fax ins Haus geflattert, das nur auf ersten Blick seriös wirkt. Die Berliner Kanzlei Schmidt mahnt per Fax, dass sich der Empfänger einen Erotikfilm illegal im Netz angeschaut beziehungsweise diesen über seinen Internetanschluss "verfügbar gemacht hat".

Um die Urheberrechtsverletzung vergessen zu machen, bietet die Kanzlei einen Vergleich an. Wenn der Empfänger eine Unterlassungserklärung unterschreibt und einen Vergleichsbetrag von 950 Euro überweist, sei das Thema erledigt.

Ein solches Schreiben ging bereits an hunderte österreichische Firmen. „Es sind vor allem Unternehmen betroffen, die ihre Faxnummer in Telefonbüchern oder online hinterlegt haben", sagt Thomas Kornfeind vom ServiceCenter der Wirtschaftskammer Burgenland, der vor diesem Betrugsversuch nachdrücklich warnt.

Das Fax geht an Unternehmen in ganz Österreich, nicht nur im Burgenland. Auch im NÖ Pressehaus ist es gelandet.

Die Rechtsanwaltskammer Berlin gibt bekannt, dass es sich bei der Kanzlei um keine Rechtsanwaltskanzlei handelt, keine der auf dem Fax genannten Personen ist bei der Kammer als Rechtsanwalt registriert.