Neusiedl am See

Erstellt am 17. Mai 2017, 06:06

von Pia Reiter

Radler auf Gehsteig: Polizei plant Aktion scharf. Nach Wegfall des Mehrzweckstreifens häufen sich Beschwerden und Vorfälle: Polizei kündigt an, verstärkt zu kontrollieren.

Trotz Verbot. In der Stadt sind immer häufiger Radler auf dem Gehsteig anstatt der Fahrbahn unterwegs.  |  Reiter

Die Neuasphaltierung der Hauptstraße hatte auch Auswirkungen auf den Verkehr: Im Zuge der Straßenwiederherstellung der Ortsdurchfahrt (Obere Hauptstraße, Hauptplatz und Untere Hauptstraße) wurden die Fahrbahnmarkierungen nicht mehr im ursprünglichen Zustand wiederhergestellt. Seither gibt es den Mehrzweckstreifen für Radfahrer in diesem Bereich nicht mehr. Das hat laut Stadtpolizei aber gefährliche Folgen, denn immer mehr Radfahrer benutzen jetzt den Gehsteig.

„Der Radler hat die Fahrbahn zu benutzen“

„Deshalb ergeht die Aufforderung an die Radfahrer, nach Fertigstellung der Asphaltdecke, den Gehsteig wieder ausschließlich den Fußgängern und Kinderwägen zu überlassen. Es ist verboten, mit dem Rad auf dem Gehsteig zu fahren. Der Radler hat die Fahrbahn zu benutzen“, erklärt der Kommandant der Stadtpolizei Hermann Schwarzbauer verärgert.

Bereits mehrmals ist es laut Polizei zu gefährlichen Situationen und Beschwerden gekommen. Besonders bei Einfahrten oder Parkplätzen, wo Autos rausfahren oder auch wenn Kunden ein Geschäft verlassen, sowie wenn Kinder auf dem Gehsteig unterwegs sind, ist Vorsicht geboten, denn hier können Zusammenstöße leicht mit Verletzungen enden.

Deshalb kündigt Kontrollinspektor und Postenkommandant-Stellvertreter Stefan Hamm an: „Wir werden das in nächster Zeit schwerpunktmäßig kontrollieren.“

Auch aufs Telefonieren wird geschaut werden

Vor der Asphaltierung. Der Mehrzweckstreifen, obwohl umstritten, wurde von den Radlern benutzt. Foto: Reiter  |  Reiter

Wird ein Radfahrer auf dem Gehsteig erwischt, kostet ein Organstrafmandat laut Paragraf 8 der Straßenverkehrsordnung 20 Euro. Anzeigen können empfindlich teurer werden, hier legt die Behörde den Strafrahmen fest.

Künftig wird laut Polizei auch vermehrt auf Radfahrer geachtet, die während des Radelns mit dem Handy telefonieren. Das wird dann aber wesentlich teurer: Das Kraftfahrgesetz Paragraf 102 sieht in diesem Fall eine Strafe von 50 Euro vor, genauso hoch wird das Telefonierens während des Autofahrens bestraft.

Eigentlich war der Mehrzweckstreifen umstritten, da er einerseits Radfahrern eine gewisse Sicherheit gab, diese jedoch durch das Öffnen der Autotüren ganz und gar nicht gegeben war. Aufgrund einer Gesetzesänderung ist die Markierung des Mehrzweckstreifens nicht mehr möglich, da die erforderlichen Mindestbreiten von 1,75 Meter nicht gegeben sind.