Update am 04. August 2016, 16:08

Terrordrohungen gegen Polizeiinspektionen und Flughafen. In den Morgenstunden des 4. August, Donnerstag, sind bei den österreichischen Sicherheitsbehörden per E-mail schriftliche Terrordrohungen gegen Polizeieinrichtungen in mehreren Bundesländern eingegangen.

Die heimischen Sicherheitsbehörden haben Donnerstagfrüh per Mail konkrete Terrordrohungen gegen Polizei und öffentliche Einrichtungen in mehreren Bundesländern erhalten.  |  HANS PUNZ

Das teilte das Innenministerium der APA mit. Betroffen sind vor allem Polizeiinspektionen in mehreren Bundesländern. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Drohung aus jihadistischen Kreisen kommt. Die Sicherheitsmaßnahmen seien gezielt verstärkt worden.

„Der Absender hat dafür eine verdeckte E-mail-Adresse verwendet, von der in der Vergangenheit schon mehrmals einschlägige Drohungen versandt wurden“, bestätigt Karl-Heinz Grundbück, Sprecher im Bundesministerium für Inneres. Der Unterschied: Diesmal werden konkrete Ziele mit Adresse, Datum und Uhrzeit genannt. Nicht zuletzt deshalb ist für die Fahnder auch relativ klar, woher die Drohung kommt.

Die Ermittlungen des Verfassungsschutzes sind im Laufen.

Betroffen: Wien, NÖ und Steiermark

Für genauere Angaben bezüglich der Urheberschaft ist es laut den Fahndern aber zu früh. Betroffen sind konkret Einrichtungen in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Steiermark, bestätigte Grundböck Informationen der "Presse".

Die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen wurden, so Grundböck,  gezielt verstärkt. Er betont aber: „Die österreichischen Sicherheitsbehörden sehen aktuell keinen Anlass für Panikmache, jedenfalls aber Grund zur Vorsicht.“ Abschließend lässt er wissen: „Allgemein muss spätestens seit den Anschlägen auf Charly Hebdo, Anfang 2015 in Paris, von einer allgemein erhöhten Risikolage in ganz Europa ausgegangen werden. Derzeit kann niemand Ereignisse irgendwo in Europa mit Gewissheit ausschließen.“

Hauptbahnhof durchsucht

Nach den konkreten Terrordrohungen gegen mehrere Polizeistationen ist auch der Wiener Hauptbahnhof durchsucht worden. "Es gab aber keine Evakuierung", sagte Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck der APA.

In dem Drohmail wurden nicht nur konkrete Ziele für Anschläge genannt, sondern auch eine spezifische Zeitspanne. "Diese ist inzwischen verstrichen", sagte Grundböck.

Drohung auch gegen Flughafen

Auch gegen den Flughafen Wien sei eine Terrordrohung eingegangen, teilte Roland Scherscher vom Landesamt Verfassungsschutz (LV ) auf APA-Anfrage mit. Es habe keine Evakuierung gegeben und auch zu keiner Zeit Gefahr bestanden. Die eingesetzten Polizeikräfte seien entsprechend sensibilisiert gewesen, sagte Scherscher.

Markus Haindl,  Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich: „ Die Mail ist über die LPD Wien eingelangt. Die Drohung richtet  sich gegen Polizeidienststellen und Wien und Graz und erwähnt auch eine Gefahr für den Flughafen Wien-Schwechat. Der Zeitpunkt dafür wäre aber bereits am frühen Vormittag gewesen.“

Gegen die NÖ Polizei gab es bereits im Vorjahr eine Drohung. Daher gehe man, natürlich auch seit der Anschläge in Frankreich im Jänner und November 2015, von einer veränderten Gefährdungslage aus. „Es wurden seither zahlreiche personelle und technische Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“ Weitere Drohungen könne man daher nie ausschließen, dennoch bestünde, so Haindl, „im Moment  kein Grund zur Panik.“

Flughafen überprüft

Der Flughafen Wien wurde am Donnerstag ebenfalls überprüft, bestätigte Airportsprecher Peter Kleemann. "Eine Terminalräumung oder ähnliche Maßnahmen waren aber nicht erforderlich." Generell bestehe am Flughafen eine erhöhte Sicherheitsstufe. Man beobachte die Situation und ihre Entwicklung gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden sehr genau, sagte Kleemann.

Das Statement des Flughafen Schwechats: "Wir können bestätigen, dass auch der Flughafen unter den Einrichtungen war, gegen die sich die dubiose Drohung gerichtet hat. Die Behörde hat dazu bereits Ermittlungen aufgenommen. Generell gilt am Flughafen erhöhte Aufmerksamkeit und der Flughafen steht laufend mit den Behörden in engem Kontakt. Eine Terminalräumung oder ähnliches war nicht erforderlich.", so der Pressesprecher Peter Kleemann.