Erstellt am 20. Mai 2016, 22:02

von APA Red

Norbert Hofer kritisiert Bosnien-Beauftragten Inzko. FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer hat scharfe Kritik am internationalen Bosnien-Beauftragten Valentin Inzko geübt.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Die Tätigkeit des österreichischen Diplomaten sei "nicht von großem Erfolg gekrönt" gewesen, sagte Hofer am Freitag der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug. Inzko bezeichnete es gegenüber der APA als "sonderbar, dass Hofer wiederholt Landsleute im Ausland verunglimpft".

Inzko hatte jüngst in der Tageszeitung "Der Standard" die Sympathiebekundungen der FPÖ und Hofers für die einen klaren Sezessionskurs fahrenden serbischen Nationalisten in der bosnischen Teilrepublik Republika Srpska kritisiert.

Indem Hofer das Selbstbestimmungsrecht der Republika Srpska und den Zerfall Bosnien-Herzegowinas unterstütze, "arbeitet er nicht nur gegen einen Landsmann, sondern spielt mit dem Feuer", empörte sich Inzko in einer am Freitagabend der APA übermittelten Erklärung.

"Wir werden hier noch viele, viele Probleme erleben und ich glaube nicht, dass ein Hoher Vertreter, der seine Funktion so ausübt, wie es bisher ausgeübt worden ist, tatsächlich zur Lösung der Probleme beitragen wird", sagte Hofer in dem Doppelinterview für die serbische Diaspora-Zeitung Vesti und die Nachrichtenagentur Tanjug.

Inzko und Hofer: wohl keine Freunde

Inzko wies die Kritik als unbegründet zurück. Hofer habe keine Argumente, um seine Behauptungen zu untermauern. Vielmehr sei er, Inzko, mit einer Amtszeit von über sieben Jahren der mittlerweile längstdienende Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Sarajevo, wobei sein Mandat jedes Jahr vom UNO-Sicherheitsrat "bekräftigt und verlängert" worden sei.

Freunde werden Inzko und Hofer wohl keine mehr. Der als ÖVP-nahe geltende Diplomat und Vorsitzende des Rates der Kärntner Slowenen hat nämlich jüngst auch die Karten auf den Tisch gelegt, was seine eigene Präferenz bei der Bundespräsidentenwahl betrifft. In einem Facebook-Eintrag machte Inzko am Mittwoch öffentlich, dass er Alexander Van der Bellen unterstütze. Weil er "erfahren, aufrichtig, herzlich und ein Freund der Kärntner Slowenen ist".

Bemerkenswert sind in dem Interview auch Hofers Aussagen zum Kosovo. Eine Aufnahme des jungen Staates in internationale Organisationen würde "zum jetzigen Zeitpunkt mehr Probleme bringen (...) als lösen", sagte der Politiker der traditionell serbenfreundlichen Partei.

Positiv äußerte sich Hofer zu den EU-Aussichten Serbiens. Dieses sei "auf einem sehr guten Weg" und er glaube auch, dass sich die kroatische Blockade der EU-Beitrittsgespräche mit Serbien lösen werde. Als neutrales Land könne auch Österreich einen Beitrag leisten, "hier vermittelnd tätig zu sein, um eine Aufnahme möglich zu machen". Er selbst wolle auch vermittelnd tätig sein, weil auch "für den Frieden in Europa" das Miteinander zwischen Kroatien und Serbien sehr wichtig sei.