Erstellt am 28. Januar 2016, 05:59

von APA/Red

Norwegen, Deutschland in EM-Halbfinale, Frankreich draußen. Handfeste Überraschungen hat der letzte Tag der Hauptrunde der Handball-EM in Polen am Mittwoch gebracht.

Deutsche gewannen zum Abschluss der Hauptrunde gegen Dänemark  |  NOEN, APA (AFP)

Während der aktuelle Welt- und Europameister sowie Olympiasieger Frankreich ebenso wie der zweifache Europameister Dänemark den Sprung ins Halbfinale verpasste, sicherten sich Deutschland und Norwegen neben Spanien und Kroatien einen Platz unter den Top-Vier.

Der erstmalige Vorstoß der Deutschen bei einer EM oder WM unter die letzten vier seit 2008 war umso erstaunlicher, als die an sich schon geschwächte Mannschaft des ehemaligen ÖHB-Teamchefs Dagur Sigurdsson gegen Dänemark auch noch auf Kapitän Steffen Weinhold und Christian Dissinger, den besten Torschützen im Spiel gegen Russland, verzichten musste. Für Dissinger sprang Steffen Fäth in die Bresche. Der Rückraumspieler von Wetzlar erzielte sechs Tore.

Matchwinner: der Torhüter Wolff

Als Matchwinner wurde auch Fäths Klubkollege, Torhüter Andreas Wolff, gefeiert. Der überragende Keeper kassierte in den letzten sieben Minuten gegen die zuvor ungeschlagenen Dänen keinen Treffer mehr und stand somit am Ursprung der deutschen Wende vom 21:23 zum 25:23.

Ebenso überraschend kam das Aus für Frankreich, das beim 24:29 gegen Norwegen die zweite deutliche Niederlage der Hauptrunde erlitt. Bregenz-Star Espen Lie Hansen steuerte dabei vier Treffer bei. Nachdem die Franzosen drei der letzten vier großen Turniere gewonnen haben, müssen sie sich diesmal maximal mit Platz fünf begnügen. Im ersten Halbfinale trifft Norwegen damit auf Deutschland.

Die Pleite der Franzosen gegen Norwegen ebnete Kroatien den Weg zum großen Sturmlauf gegen Gastgeber Polen. Um sich drei Tage nach der klaren Niederlage gegen Frankreich doch noch ins Halbfinale zu spielen, benötigten die Kroaten einen Sieg mit mindestens elf Toren Differenz. Zur Pause führte der zweifache Olympiasieger 15:10, nach knapp 37 Minuten war die Differenz von elf Toren erreicht. Am Ende stand es 37:23. Nun geht es für die Kroaten am Freitag im Halbfinale gegen Spanien, das sich gegen Russland nur knapp 25:23 durchsetzte.