Erstellt am 12. Juli 2016, 15:40

von APA/Red

Abriss von Hitler-Geburtshaus in Schwebe. Die Besitzerin des Hitler-Geburtshauses wird enteignet. Eine entsprechende gesetzliche Regelung hat der Ministerrat am Dienstag beschlossen. Geht es nach Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) soll das Gebäude in Braunau am Inn in der Folge abgerissen werden.

 |  APA (Archiv)

Entschieden ist freilich noch nichts, denn Kanzler und Vizekanzler sind gegen einen Abriss. Bereits vor einiger Zeit waren Bedenken in Sachen Denkmalschutz aufgekommen. Der Innenminister teilt diese aber nicht. Seines Wissens sei dies ein Denkmalschutz, der in der Nazizeit verfügt worden sei: "Die Denkmalwürdigkeit ist nicht gegeben."

Sobotka verwies darauf, dass schon seit einiger Zeit eine Kommission tage, die sich mit einer möglichen Nutzung der Immobilie beschäftige. Sobald die Enteignung rechtskräftig ist, müssten von dieser Seite Vorschläge auf den Tisch kommen. Bei seinem Wunsch nach einem Abriss sieht sich Sobotka jedenfalls breit unterstützt, beispielsweise von der jüdischen Gemeinde.

Der Leiter des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW), Gerhard Baumgartner, forderte indes im Ö1-"Morgenjournal", dass der Platz, auf dem das Hitler-Haus steht, völlig entpolitisiert und zum Beispiel ein Supermarkt an der Stelle gebaut wird. Der Verlust durch einen Abriss sei ein minimaler, außerdem müsse verhindert werden, dass das Haus zu einer Pilgerstätte für Neonazis wird.