Erstellt am 26. Februar 2016, 14:16

von APA/Red

Österreich bei Gender Pay Gap in Europa weiterhin Vorletzter. Unrühmlicher vorletzter Platz für Österreich: Nur in Estland ist die Lohnschere zwischen Frauen und Männern noch größer.

Frauen verdienen noch immer weniger als Männer  |  NOEN, APA (AFP)

 Laut den am Freitag veröffentlichten Daten von Eurostat schließt sich der Gender Pay Gap hierzulande zwar kontinuierlich, aber nur ganz langsam und betrug 2014 genau 22,9 Prozent. Der EU-Durchschnitt belief sich auf 16,1 Prozent.

Schlusslicht im Europavergleich ist wie in den vergangenen Jahren Estland, wo sich der Unterschied auf 28,3 Prozent belief. Danach kommt bereits Österreich mit 22,9 Prozent - das ist ein minimal besserer Wert als im Jahr davor mit 23 Prozent. Über 20 Prozent Differenz gibt es darüber hinaus in Tschechien (22,1 Prozent), Deutschland (21,6 Prozent) und der Slowakei (21,1 Prozent).

Positive Spitzenreiter sind hingegen Slowenien (2,9 Prozent) und Malta (4,5 Prozent), wo es die größte Lohngerechtigkeit gibt. Auch in Italien ist der Wert mit 6,5 Prozent vergleichsweise niedrig.

Die jüngsten Daten zum Jahr 2014 wurden von Eurostat am Freitag online veröffentlicht, bei manchen davon handelt es sich um vorläufige Zahlen. Vom krisengeschüttelten Griechenland wurden außerdem seit 2010 keine Daten mehr eingemeldet. Auch aus Irland gibt es keine Werte für die Jahre 2013 und 2014. Verglichen wird der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft.

ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenchefin Renate Anderl pochte wegen der schlechten Platzierung Österreichs einmal mehr auf "gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit". "Dass sich Jahr für Jahr nichts ändert, ist schlicht und einfach inakzeptabel", so Anderl am Freitag.

Angesichts der Eurostat-Daten forderte der ÖGB einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro, einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr und flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen. Neben Maßnahmen am Arbeitsmarkt und auf Unternehmensebene brauche es aber auch gesellschaftliche Veränderungen, stellte die Vizepräsidentin fest.