Erstellt am 19. August 2016, 19:57

von APA/Red

Gemischte Rio-Bilanz von ÖOC-Präsident Stoss. Die Rio-Bilanz von ÖOC-Präsident Karl Stoss ist angesichts der bescheidenen Ausbeute von nur einer Bronzemedaille im Segeln gemischt ausgefallen.

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 "Wir sind erleichtert, wir sind nicht ganz zufrieden, wir haben noch eine Menge zu tun", sagte der Chef des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) am Freitagnachmittag (Ortszeit) in Brasilien. 

Erleichtert ist Stoss wegen der ersten Sommer-Medaille seit 2008. "Das war eine großartige Leistung, gerade von einem Paar, von dem man nicht unbedingt mit einer Medaille gerechnet hat", meinte Stoss über Thomas Zajac/Tanja Frank. Es gebe aber auch einigen Anlass für Missfallen. "Andere, auch zum Beispiel im Segeln, sind unter die Top Ten gefahren, das kann ja nicht zufriedenstellend sein, da werden wir sicherlich noch einiges mehr machen müssen."

Am Wochenende waren zwar noch einige Österreicher im Einsatz, über realistische Medaillenchancen verfügen sie aber nicht. Deshalb wird es wohl bei der drittschlechtesten Ausbeute bei Sommerspielen bleiben. Noch kläglicher lief es nur bei den "Nullnummern" 1964 in Tokio und 2012 in London.

Bezüglich künftiger Strukturmaßnahmen brachte Stoss einmal mehr seine Hoffnung zum Ausdruck, dass es für Tokio 2020 und darüber hinaus eine Fördermittelreform geben müsse. Das ÖOC stehe als Dienstleister des Sports dafür als Partner zu Verfügung.

Im Gegensatz zum bescheidenen sportlichen Abschneiden war das Österreich-Haus für das ÖOC ein voller Erfolg. Das am Gelände des Fußball-Clubs Botafogo in Rio eingerichtete "Austria House" lockte bis Freitag 65.000 Besucher an. Der überwiegende Teil davon machte den öffentlichen Außenbereich tagtäglich zu einer Dauerpartyzone, im Galasaal tummelten sich allabendlich VIPs, Sportler und Funktionäre.

"Casa Austria ist in Rio zu einem Schlagwort geworden. Wir hatten ungefähr 65.000 Gäste im Haus und draußen, das ist eine unwahrscheinlich Anzahl und 50 Prozent mehr als in London, das ist Tourismuswerbung pur", freute sich Peter Mennel. Der Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) wies im selben Atemzug zum wiederholten Mal darauf hin, dass die Feierlaune und die nicht besonders erfreuliche Sportbilanz nichts miteinander zu tun hätten. "Das und der Sport sind zwei getrennte Paar Schuhe."

ÖOC-Präsident Stoss beeilte sich zu betonen, dass die Hauptaufgabe des ÖOC die Betreuung der Athleten sei. Das Ö-Haus sei aber eine wichtige Plattform und Einnahmequelle. "Wir sind kein Tourismusunternehmen. Wir sind nur so dumm, dass wir das uns mit unser Mannschaft auch noch antun. Es ist auch Teil unseres Jobs, weil wir glauben, es gibt kein besseres Konzept für Tourismus", meinte Stoss ziemlich aufgebracht auf die Frage, für welche Aufgaben sich das ÖOC künftig zuständig fühlt. Der Betrieb des Hauses sei notwendig, um Mittel für das ÖOC lukrieren, ergänzte Stoss. "Deshalb behalten wir es in unseren Händen."

Schließlich bringe der Betrieb ja auch unbezahlbare Werbung für Österreich. Neben den Tausenden Gästen seien auch 70 TV-Stationen und 550 Journalisten im Laufe der zweieinhalb Wochen zu Gast gewesen, zählte Mennel auf.