Erstellt am 11. August 2016, 21:40

von APA Red

Wiesberger verpatzte bei Rückkehr die finalen Putts. Der Oberwarter Golf-Star Bernd Wiesberger hat seine Formkrise der vergangenen Zeit bei der Olympia-Rückkehr seiner Sportart am Donnerstag zumindest in der ersten Runde nicht ablegen können.

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Der 30-Jährige kam auf dem im Sportarten-Cluster Barra gelegenen olympischen Par-71-Kurs auf 74 Schläge und damit drei über Par. Er reihte sich im 60-köpfigen Feld damit nur an geteilter 50. Stelle ein.

Wiesberger fabrizierte sechs Bogeys, denen drei Birdies gegenüberstanden. Schon die "Front Nine" hatte er mit drei Schlägen zu viel abgeschlossen, Mehrarbeit hatte er auf zwei Par-4-Löchern (2. und 9. Loch) sowie je einem Par-3- (8.) und Par-5-Loch (5.) zu leisten. Auf der "Rückrunde" erfing sich der Burgenländer vorerst, hatte bis nach dem 16. Loch zwei "Strokes" aufgeholt. Auf den letzten beiden Bahnen (Par 3 und 5) handelte er sich aber noch ein +2 ein.

"Eine kleine Katastrophe. Ich war teilweise unkonzentriert, habe viel zu viele Schläge verloren", lautete der verärgerte Kommentar von Wiesberger im ORF-Interview. "Das kann ein-, zweimal passieren, aber nicht so oft, wie es mir heuer passiert."

Verbandssportdirektor Niki Zitny wurmte der finale Rückfall unmittelbar nach dem dritten Birdie natürlich auch. "Das ist ein einfacher Schluss, wo man noch einmal aufholen kann", erklärte er.

Bei starkem Wind sei Wiesberger auf der 17 ein kurzer Putt versprungen, auf der 18 dann eben noch ein Bogey passiert."Normal muss er da Par/Birdie spielen." Die Schwächen beim Putten seien entscheidend gewesen. "Sein langes Spiel war hingegen echt gut, bis vielleicht auf eineinhalb Schläge." Zitny ließ ebenfalls nicht unerwähnt, dass es bei Wiesberger schon ein paar Monate nicht so gut laufen würde.

Nach der Absage für das Olympia-Turnier von rund 20 Spielern, darunter die Top vier der Weltrangliste, war die Hoffnung auf einen Befreiungsschlag ausgerechnet im ersten Olympia-Golfturnier seit 1904 gegeben. Noch sei aber nichts verloren. Zitny: "Nichtsdestotrotz müssen jetzt drei Tage Vollgas her. Ein bisschen näher hin, ein bisschen besser putten."

Überragender Spieler der Auftaktrunde war der Australier Marcus Fraser mit einer 63, acht unter Par. Auf Platz zwei kamen der Kanadier Graham Delaet und der schwedische Co-Favorit Henrik Stenson mit einer 66. Ein Quintett mit u.a. dem Deutschen Alex Cejka teilte sich mit je 67 Schlägen den dritten Platz. Einigen anderen namhaften Spielern ging es nicht so gut, der US-Weltranglistenachte Rickie Fowler brachte es gar nur auf eine 75.

Für Aufsehen sorgte der Brite Justin Rose mit dem ersten Hole-in-one der olympischen Geschichte. Lange blickte er dem Ball hinterher, dann riss er die Arme hoch und ließ sich feiern. Auf der vierten Spielbahn, für die eigentlich drei Schläge vorgesehen sind, versenkte der 36-Jährige den Ball direkt mit dem Abschlag.

Wiesbergers Abschlag in die zweite Runde ist für Freitag um 15.47 Uhr MESZ angesetzt, und zwar im drittletzten Flight mit dem Mexikaner Rodolfo Cazaubon und dem Südafrikaner Brandon Stone. Von diesem Trio hat Wiesberger den besten Score stehen. Es gibt keinen Cut.