Erstellt am 05. Februar 2016, 11:49

Opernball beging 60. Jubiläum mit Stars und zwei Abschieden. Bei seinem 60. Jubiläum hat der Opernball am Donnerstag bewiesen, dass mit ihm auch in Zukunft noch zu rechnen ist.

 |  NOEN, APA (Hochmuth)

Placido Domingo begeisterte bei der Eröffnung, die Debütanten waren zwar nicht immer auf Linie, hatten aber sichtbar Spaß. Kleine Schatten warfen zwei Abschiede: Für Desiree Treichl-Stürgkh war es ebenso der letzte offizielle Ball wie für Bundespräsident Heinz Fischer.

"Es war eine wundervolle Zeit", zog Treichl-Stürgkh Bilanz. Die Organisatorin trug zu ihrem letzten Ball eine aufsehenerregend Robe des bulgarischen Designers Petar Petrov in Gold mit Marabu-Federn am Rock. Bei der Eröffnung war sie zu Tränen gerührt. Cooler nahm seinen Abschied Bundespräsident Heinz Fischer. "Ich glaube, zwölf Mal hintereinander ist einmal genug, aber man soll niemals nie sagen", sagte er.

Doch ging es am Donnerstag nicht um Personen, sondern um den Jubilar. Bei der 60. Eröffnung nach Ende des Zweiten Weltkrieges haben vor allem die Stars der Oper geglänzt. Höhepunkt waren neben der von Vladimir Malakhov choreografierten Balletteinlage zu Johann Strauß'"Accelerationen Walzer", die Sangeseinlagen der russischen Sopranistin Olga Peretyatko und des spanischen Opernstars Placido Domingo, die mit dem Duett "Lippen schweigen" aus Franz Lehars "Die lustige Witwe" und einer Walzereinlage endeten.

Applaus für Domingo und Peretyatko

Domingo erhob nicht nur die Stimme, sondern auch den Taktstock. Er dirigierte das Staatsopernorchester bei der Ouvertüre zu Gioachino Rossinis "Il Barbiere di Sivigilia". Den größten Applaus erntete der Startenor mit "Da geh' ich zu Maxim" aus "Die lustige Witwe", das er teilweise auf Spanisch zum Besten gab.

Die Debütantenpaare hatten mit einem Teil der Choreografie des Wiener Tanzlehrers Roman Svabek weiterhin ein wenig Schwierigkeiten. Aufgrund des Jubiläums tanzten sie zu einer Potpourri mit Ausschnitten aus der "Annen-Polka", der "Feuerfest-Polka", dem Einzugsmarsch aus "Der Zigeunerbaron" und dem "Radetzkymarsch". Zudem stand mit dem "Klipp-Klapp Galopp" auch erstmals keine Polka auf dem Programm. Und beim Galopp waren die Tänzer wie schon bei der Generalprobe auch bei der Eröffnung nicht ganz auf Linie.

Die Bundesregierung war im heurigen Jahr stark vertreten. Neben zahlreichen Ministern schaffte es auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) nach zwei Jahren Absenz wieder zum Opernball - obwohl er tagsüber bei der Geberkonferenz für Syrien in London weilte: "Ich bin froh, dass es sich ausgegangen ist."

Weniger stark vertreten waren hingegen die Anwärter auf die Bundespräsidentenloge. Als einziger Bundespräsidentschaftskandidat besuchte Andreas Kohl (ÖVP) den Opernball. Dass sich keiner seiner Konkurrenten in der Staatsoper blicken ließ, kommentierte er launig: "Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Ich gehe gerne zum Opernball, andere gehen gern zum Fußball. "