Erstellt am 07. Januar 2016, 11:33

Paszek erstmals seit 2012 in WTA-Halbfinale. Tamira Paszek hat sich am Donnerstag zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren für ein Halbfinale auf der WTA-Tour qualifiziert.

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Die 25-jährige Vorarlbergerin setzte ihren Erfolgslauf in Auckland fort und feierte ihren bereits sechsten Sieg in Folge. Die Qualifikantin rang die ebenfalls aus der Ausscheidung gekommene Belgierin Kirsten Flipkens nach 2:51 Stunden mit 6:4,6:7(3),6:3 nieder.

In ihrem ersten WTA-Tour-Halbfinale seit ihrem bisher letzten WTA-Titel 2012, beim Rasenturnier in Eastbourne, trifft Österreichs Nummer eins nun auf die Deutsche Julia Görges. Gegen die Weltranglisten-50. hat Paszek in bisher vier Begegnungen eine 2:2-Bilanz stehen, das bisher letzte Duell gab es allerdings 2012 in Montreal. Paszek steht übrigens zum zweiten Mal nach 2008 im Halbfinale dieses Vorbereitungsturniers für die Australian Open.

Das zweite Duell mit der 29-jährigen Flipkens, die im Ranking aktuell 85. ist, verlief allerdings alles andere als einfach. Das Match lief eigentlich einseitig, ehe Flipkens einen 1:4-Rückstand im zweiten Satz noch drehte. Auch eine 5:0-Führung Paszeks im dritten Durchgang konnte Flipkens noch auf 3:5 verkürzen, ehe Paszek die späte Revanche für die Wimbledon-Erstrunden-Niederlage 2014 gelang.

"Bei 4:1 im zweiten Satz hatte ich das Gefühl, als hätte jemand den Stecker gezogen. Ich hatte einfach keine Energie mehr. Es war für mich ab da sehr unangenehm auf dem Platz, und sie hat mich dann auch ziemlich in die Ecken gedrängt und aggressiver gespielt. Es war dann nicht leicht, wieder meine Energie zu bündeln", konstatierte Paszek noch auf dem Platz wie tennisnet.com berichtete.

Paszek bedankte sich beim Publikum und war "unglaublich froh, weiter zu sein". Zwar würden ihr die Beine nach dem fast dreistündigen Match etwas wehtun, aber sie habe ja ihre Physiotherapeutin Julia Moldovan dabei.

Paszek postete auf Facebook auch ein Bild mit der zuletzt in ihr Team gestoßenen Physiotherapeutin. "Zeit für eine Massage, was für ein aufregender Tag war es da draußen - ein verrückter Kampf", schrieb Paszek.

Die Vorarlbergerin, die am 11.2.2013 mit Rang 26 ihr bisher bestes WTA-Ranking eingenommen hat, hat damit nach drei glatten Siegen in der Qualifikation sowie den Erfolgen gegen Francesca Schiavone (ITA) und die Überraschung gegen die Weltranglisten-25. Swetlana Kusnezowa (RUS) schon den sechsten Erfolg en suite gefeiert. Die aktuelle Nummer 172 im WTA-Ranking hat damit bewiesen, dass in ihr immer noch Potenzial für eine weit bessere Platzierung steckt.

Die von ihrem Lebensgefährten Andrei Pavel trainierte Paszek spielt nach Auckland die Qualifikation für die Australian Open. Im Ranking wird die zweifache Wimbledon-Viertelfinalistin (2011 und 2012) und dreifache Turniersiegerin einen Sprung in die Top 140 machen. 11.300 US-Dollar Preisgeld und 110 WTA-Punkte erhält Paszek für das Halbfinale dieses 250.000-Dollar-Turniers, sollte sie auch das Endspiel erreichen, hat sie 180 Zähler bzw. 21.400 Dollar (brutto) sicher.

Für Österreichs Tennis hat damit die neue Saison überaus erfreulich begonnen. In Brisbane hat auch Top-20-Mann Dominic Thiem am Freitag die Chance, gegen Ex-US-Open-Sieger Marin Cilic das Halbfinale zu erreichen.