Erstellt am 06. Januar 2016, 19:16

von APA/Red

Peter Prevc mit Sieg in Bischofshofen zum Tourneesieger. Peter Prevc hat die sieben Jahre andauernde Siegesserie der ÖSV-Skispringer bei der Vierschanzen-Tournee beendet und bei der 64. Auflage als zweiter Slowene triumphiert.

 |  NOEN, APA (AFP)

Peter Prevc hat seine Topform auch in der gesamten Vierschanzen-Tournee ausgespielt. Der überlegene Weltcup-Spitzenreiter schaffte am Mittwoch in Bischofshofen den Hattrick an Tagessiegen und beendete mit seinem deutlichen Erfolg die sieben Jahre dauernde ÖSV-Serie. Michael Hayböck wurde beim Finale Dritter und rettete damit den dritten Gesamtrang hinter dem Deutschen Severin Freund.

Hayböck (134/139 m) und Tournee-Titelverteidiger Stefan Kraft, der Tournee-Titelverteidiger Tages-Vierter und Gesamt-Fünfter war, sorgten damit für einen versöhnlichen Abschluss der 64. Auflage aus ÖSV-Sicht. Damit stand seit 2006/07 immer ein Österreicher auf dem Tournee-Podest.

Der Vorjahressieger von Bischofshofen war nach zwei zweiten und zwei fünften Rängen bei der Tournee sehr zufrieden. "Ich bin mehr als glücklich", sagte Hayböck, der im Vorjahr auf der Außerleitner-Schanze Tagessieger und Gesamt-Zweiter gewesen war. "Unsere Serie ist zwar beendet, aber für mich ist das ein Riesenerfolg. Zweimal auf dem Stockerl zu stehen, ist gewaltig."

Kraft (136/138) verpasste den ersten Podestplatz der Saison einmal mehr knapp, 4,6 Punkte trennten ihn von seinem Zimmerkollegen. Der Lokalmatador ließ sich aber dennoch von der Euphorie der rund 20.000 Fans anstecken. "Als Vierter ist das ein megacooler Abschluss, Michi ist Dritter, da sind wir ganz zufrieden."

Dass der 22-Jährige aber überhaupt mitten im Spitzenfeld landete, grenzte an ein Wunder. Denn im Probedurchgang hatte er nach völlig missglücktem Absprung bei 63 m nur mit Mühe einen bösen Sturz vermieden. "Ich habe mich schon liegen gesehen, aber ich habe ein Glücksengerl gehabt", sagte Kraft, der aber einen "richtig lässigen Sprung" folgen ließ und Halbzeit-Vierter war.

An den ersten fünf Tagesrängen änderte sich im Finale nichts, Hayböck überholte damit den nach Innsbruck 1,2 Punkte vorangelegenen Norweger Kenneth Gangnes (131,5/137), den Fünften vom Mittwoch. Das aktuelle Top-Duo des ÖSV war aber allein auf weiter Flur. Manuel Fettner kam als nächstbester rot-weiß-roter Springer über den 23. Platz nicht hinaus, auch Andreas Kofler (26.), Manuel Poppinger (27.) und Philipp Aschenwald (29.) holten Punkte. Die Österreicher sind in dieser Saison und seit insgesamt 17 Bewerben sieglos.

Über allen thronte aber Peter Prevc. Der 23-Jährige war in sieben der acht Durchgänge der Beste und verpasste den zweiten Grand-Slam nach Sven Hannawald (2001/02) nur durch Windpech in Oberstdorf, wo er Dritter war. Drei Tagessiege hatten seit Hannawald auch Wolfgang Loitzl, Rekordgewinner Janne Ahonen (FIN) und Sigurd Pettersen (NOR) gefeiert.

Prevc (139/142,5) übertraf mit 1.139,4 Zählern den bisherigen Punkterekord von Loitzl und lag nicht weniger als 26,5 Punkte vor dem zweitplatzierten Deutschen Severin Freund. Der Athlet aus Kranj war mit einem Adler auf dem Helm zum Finale angetreten, bei dem er von tausenden Landsleuten angefeuert wurde. "Es ist so schön, ich hätte nie gedacht, dass es so gut läuft", erklärte Prevc.

Auftakt-Gewinner Freund (136/141) schaffte danach die Ränge drei, zwei und zwei, doch reichte das diesmal nicht zum Sieg. "Einer war da schon deutlich besser", gab der Weltmeister und Weltcupsieger anerkennend zu. "Jetzt müssen wir schauen, dass die Saison nicht zu langweilig wird." Denn Prevc baute mit dem sechsten Saisonsieg die Führung auf den Bayern (drei Erfolge) weiter aus.

Freund, der vor dem Finale schon 19,7 Punkte zurückgelegen war, hatte zudem die Folgen eines Sturzes in Innsbruck zu verarbeiten. Das gelang dem 27-Jährigen trotz des verpassten Trainingstages perfekt, und so bilanzierte er auch vollauf zufrieden. "Es war eine wunderschöne Tournee für mich mit einer Schrecksekunde und ein paar Blessuren. Viermal auf dem Podest zu stehen, nachdem mir das vorher überhaupt nur einmal gelungen war, das ist schon etwas."