Erstellt am 01. Juni 2016, 20:12

Peya mit Kubot im French-Open-Halbfinale. Alexander Peya hat am Mittwoch bei den French Open neben Dominic Thiem für einen zweiten Höhepunkt aus österreichischer Sicht gesorgt.

 |  NOEN, APA (Archiv/Schlager)

Der Wiener, der am 27. Juni 36 Jahre alt wird, zog mit seinem polnischen Partner Lukasz Kubot durch einen 6:1,6:4-Erfolg über Pablo Cuevas (URU) und Thiem-Einzelgegner Marcel Granollers (ESP) ins Halbfinale des größten Sandplatz-Turniers der Welt ein.

Für Peya, dessen größter Grand-Slam-Erfolg 2013 das Endspiel der US Open war, ist es das insgesamt vierte Halbfinale auf Major-Ebene. Für das bisher in Paris Erreichte teilen sich Peya/Kubot immerhin schon 125.000 Euro. Im Halbfinale geht es für die österreichisch-polnische Paarung nun gegen die 38-jährigen US-Doppel-Legenden Bob und Mike Bryan, die bei diesem Turnier nur als Nummer 5 gesetzt sind.

Peya freute sich nach dem Vorstoß in die Runde der letzten vier Paare: "Das ist natürlich sehr überraschend, weil es unser erstes Turnier zusammen ist. Wir haben von der ersten Runde an ganz gut miteinander kombiniert und heute mit Sicherheit die beste Leistung geboten."

Eine solche Leistung wird auch am Freitag gegen Bob und Mike Bryan nötig sein. "Vor allem jetzt, wo sie ihre Schwächeperiode hinter sich haben. Aber ich glaube, dass wir uns nicht verstecken müssen. Eine Revanche wäre fällig, ich habe (mit Bruno Soares 2013, Anm.) in meinem einzigen Semifinale hier verloren."

Sein eigentlich für diese Saison geplanter Standardpartner Philipp Petzschner, mit dem Peya in Doha, Rotterdam und Acapulco erst im Endspiel verloren hatte, fällt wegen einer "Virusgeschichte" länger aus. "Es werden noch immer Tests gemacht, man kann es noch nicht so genau sagen", sagte Peya, ob er bald wieder mit Petzschner spielt. Er habe sich umschauen müssen und ist dann im früheren Doppelpartner von Oliver Marach fündig geworden. "Ich kenne ihn sehr gut, das war einer meiner früheren Angstgegner im Einzel", erzählte Peya lachend, zudem spreche Kubot auch fließend deutsch.

"Wir sind jetzt ein Team, aber man weiß nie, was passiert", sagte Peya, der auch die Rasensaison in Stuttgart, Halle und dann Wimbledon mit dem Polen bestreiten wird. "Uns ist auf jedem Belag etwas zuzutrauen, auch wenn wir noch viel Arbeit vor uns haben."

Als 21. im ATP-Doppelranking hat Peya noch gute Chancen, am Montag in den Cut für die Olympischen Spiele zu fallen. Nach der Absage von Dominic Thiem hofft Peya, es im Kombinations-Ranking mit Oliver Marach zu den Spielen nach Rio de Janeiro zu schaffen. "Er ist der Einzige, mit dem ich eine Chance habe." 2012 war der Cut für die Spiele in London 69 im addierten Ranking zweier Spieler, wobei sehr viele Kriterien bei der Berechnung des Cuts eine Rolle spielen.

"Vor dem Turnier hier waren wir zusammen 66, wir sind um dieses Ranking herum." Der Halbfinaleinzug in Paris hilft freilich, zudem hatte Peya aus dem Vorjahr ein Viertelfinale zu verteidigen. "Alle Punkte, die wir hier machen, zählen noch. Dann wird man sehen wie der Cut ist. Ich muss so viele Matches wie möglich hier gewinnen." Zudem können sich die Top Ten im Doppelranking für Olympia einen Partner aussuchen.

In Sachen Davis Cup Ukraine - Österreich Mitte Juli hat Peya noch nicht entschieden, ob er dabei ist. "Der Termin ist nicht so optimal. Es hängt auch davon ab, wie es bis dahin läuft. Es ist jetzt nicht einer von den Davis Cups, wo ich automatisch sage, da bin ich dabei", gestand Peya, der ebenfalls mit dem gleichzeitig stattfindenden ATP-500-Turnier in Hamburg liebäugelt.