Erstellt am 16. September 2015, 06:37

von Doris Fischer

Platznot im „Häfen“. Die Zahl der in U-Haft einsitzenden Schlepper hat sich vervierfacht. Einige mussten nach Hirtenberg und Linz verlegt werden.

Übervoll. Der Leiter der Justizanstalt Eisenstadt, Oberst Günter Wolf, hat mit zu viel an Inhaftierten zu kämpfen. 80 Prozent der derzeitigen Insassen sollen Schlepper sein. Foto: Doris Fischer  |  NOEN, Doris Fischer
Der Flüchtlingsansturm auf Österreich zeigt auch erste Auswirkungen auf die Justizanstalt Eisenstadt. Vermehrt wurden in letzter Zeit auch Schlepper festgenommen, die sich nun in Eisenstadt in Untersuchungshaft befinden.

Gefängnis in Eisenstadt zu 170 Prozent voll

„Wir haben derzeit eine 170-prozentige Auslastung“, stellt Oberstleutnant Klaus Faymann, stellvertretender Leiter der Justizanstalt Eisenstadt, fest. 80 Prozent der Häftlinge seien laut Justizanstalt Schlepper, die sich in U-Haft befinden. Das entspreche, so Faymann, dem vier- bis fünffachen an Schleppern, die bereits in diesem Jahr verhaftet werden konnten. Detaillierte Zahlen waren jedoch nicht zu erfahren.

Zwei-Mann-Hafträume werden derzeit mit vier, Ein-Mann-Hafträume mit zwei Häftlingen belegt. „Da passt niemand mehr rein“, versichert der Justizanstaltsleiter-Stellvertreter. Es mussten bereits U-Häftlinge in andere Justizanstalten verlegt werden. „Neben Hirtenberg haben wir auch Gefangene nach Linz überstellen müssen“, stellt Faymann fest.

Anfang Juli dieses Jahres waren österreichweit noch 147 Schlepper in Untersuchungshaft, aktuell sind es 405.