Erstellt am 04. Februar 2016, 07:13

von Bettina Eder

Quartiergeberin wollte Flüchtlinge „bekehren“. Eisenstädter Quartiergeberin von Flüchtlingen soll ihre Bewohner „bekehren“ wollen und bei „Konvertierungsunwilligkeit“ terrorisieren.

Kein Deutschkurs. Nur zwei ihrer Schützlinge würden Probleme machen, diese seien auch die einzigen, die nicht Deutsch lernen wollen, so die Quartiergeberin. Fotos: Shutterstock/PhotographyByMK  |  NOEN, Shutterstock/PhotographyByMK
Tätliche Übergriffe, Störungen der Nachtruhe, missbräuchliche Auslegung des Mietvertrages, mehrfache Belästigung, sittenwidriges Verhalten – das sind zusammengefasst die Anschuldigungen, die Patrick Hahnakamp gegenüber einer Flüchtlings-Quartiergeberin in Eisenstadt vorbringt.

Sie soll nicht nur Asylwerber schon geschlagen haben, sondern auch ihm gegenüber „handgreiflich geworden sein“.

Hahnakamp hat in einem Schreiben die Behörden und Institutionen (Diakonie, Land Burgenland, Stadt Eisenstadt und Polizei) informiert und mit seinen detaillierten Schilderungen konfrontiert.

„Es werden Lügen verbreitet“, so die Dame

Er wirft ihr vor, die Asylwerber „bekehren“ zu wollen, seien sie aber „konvertierungsunwillig“ alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Asylwerber loszuwerden. Im Büro vom für Asyl zuständigen Landesrat Norbert Darabos (SPÖ) sei bekannt, „dass die Dame schwierig sei. Wir werden der Sache nachgehen“, so Bürosprecher Josef Newertal.

Die angesprochene Frau sieht sich zu Unrecht angeprangert: „Da werden Lügen verbreitet. Wir haben 29 Flüchtlinge derzeit und zwei machen Probleme. Sie wollen sich nicht integrieren. Sie halten sich nicht an die Hausordnung, liegen den ganzen Vormittag im Bett und wollen auch keinen Deutschkurs machen.“

Warum Hahnakamp für die zwei spricht, weiß die Frau nicht, sie kenne den Herren „nicht einmal wirklich.“ Die Dame weiter: „Wir haben viele in unseren Quartieren und da hat sicher jeder etwas Gutes zu berichten, nur die zwei machen Probleme.“

Seit Monaten versuche man, die Situation zu bereinigen, bisher alles erfolglos. Probleme mit Quartiergebern habe es laut Darabos-Sprecher Newertal schon gegeben: „Aber es hat noch nie den Fall gegeben, dass man wegen den Quartiergebern Asylwerber umquartiert hat, sondern wenn, dann waren Asylwerber problematisch und müssen woanders untergebracht werden.“

Generell versuche man bei Problemen mit Quartiergebern, einmal mit den Leuten zu reden, so Newertal weiter. Der direkte Weg sei immer der Beste. Bei den derzeit 214 Quartieren dürfte das allerdings nicht so einfach sein.