Erstellt am 16. September 2015, 15:48

Österreich beteiligt sich am Bau der Ariane 6-Rakete. Österreich beteiligt sich am Bau der neuen europäischen Ariane 6-Rakete, die ab 2020 zum Einsatz kommen soll.

Eine Ariane 5-Rakete beim Start in Französisch Guyana  |  NOEN, APA (epa)

Dazu wurde die österreichische Beteiligung von bisher rund einer auf 26,2 Mio. Euro erhöht, gab Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit dem neuen Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Johann-Dietrich Wörner, in Wien bekannt.

Die Ariane 6-Rakete wird in den nächsten fünf Jahren entwickelt und soll ab 2020 zum Einsatz kommen. Nach der Ariane 5, die in den vergangenen zwölf Jahren 80 Mal in den Weltraum gestartet ist, wird sie das zentrale Trägersystem für die Europäische Raumfahrt bis zum Jahr 2050 sein. Airbus Defence & Space gab im August die Unterzeichnung eines Vertrags zwischen ESA und Airbus Safran Launchers mit einem Volumen von 2,4 Mrd. Euro über die Entwicklung von zwei Versionen der neuen Trägerrakete bekannt.

Nach Angaben Stögers zeigen Berechnungen, dass die österreichischen Investitionen "während der gesamten Einsatzdauer der Ariane 6 bis zu einer halben Milliarde Euro an nachfolgenden Produktionsumsätzen für die heimische Wirtschaft generieren". Die Wiener Firma TTTech ist eines der ersten Unternehmen, das an der Entwicklung und künftigen Produktion der Ariane 6 beteiligt ist. TTTech bietet sicherheitskritische Netzwerklösungen basierend auf zeitgesteuerter Technologie, auch die Steuerung der Ariane 6 soll auf Systemen des Unternehmens aufbauen.

Der seit 1. Juli amtierende neue ESA-Chef Wörner betonte die gute Zusammenarbeit mit Österreich, das "eine tragende Rolle unter anderem durch herausragende Expertise in den Weltraumwissenschaften, den Satellitenanwendungen sowie als Entwickler von kritischen Technologien spielt". Stöger verwies auf die über 100 im Weltraumbereich aktiven Firmen und Organisationen in Österreich, die mit etwa 1.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 140 Mio. Euro erwirtschaften.

Um die Zahl der Unternehmen in diesem Bereich zu erhöhen, präsentierte Stöger ein neues Gründerzentrum für Weltraumtechnologien. Für das "ESA Business Incubation Centre Austria" stellt die ESA über den österreichischen Beitrag 1,2 Mio. Euro zur Verfügung. Ziel ist, in den nächsten fünf Jahren bis zu 30 Unternehmensgründungen auf der Basis von Weltraum-Technologien zu unterstützen.

Erfolgreich waren auch die Bemühungen, in Österreich ein "European Space Education Research Office" (ESERO) anzusiedeln. Diese bisher in zwölf ESA-Mitgliedsländern etablierten Einrichtungen sollen dazu beitragen, junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Stöger sieht sehr gute Chancen, dass das Ars Electronica Center in Linz Standort des ESERO wird.