Erstellt am 22. Oktober 2015, 23:39

Rapid nach 3:2 gegen Pilsen in Europa League vor Aufstieg. Der SK Rapid bleibt in der Europa League makellos. Die Grünweißen gewannen am Donnerstagabend auch das dritte Spiel der Gruppe E.

 |  NOEN, APA

Nach einem 3:2 (1:1) gegen Viktoria Pilsen vor 39.400 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion scheint der erstmalige Aufstieg in die K.o.-Phase greifbar nahe. In zwei Wochen reicht beim Retourspiel in Pilsen bereits ein Remis, um im Europacup zu überwintern.

Michal Duris brachte Tschechiens Meister in der 12. Minute in Führung. Kapitän Steffen Hofmann gelang aber in der 34. Minute der verdiente Ausgleich. Louis Schaub erzielte sieben Minuten nach der Pause (52.) Rapids zweiten Treffer, ehe Thanos Petsos (68.) weiter nachlegte. Patrik Hrosovsky (76.) machte die Partie noch einmal spannend, Österreichs Vizemeister ließ aber keine Chance der Gäste mehr zu. Im zweiten Gruppenspiel feierte Villarreal ein 4:0 gegen Dinamo Minsk und setzte sich auf Platz zwei.

Rapid präsentierte sich vier Tage nach dem schwachen 1:2 in Wolfsberg wieder in internationaler Bestform. Trainer Zoran Barisic durfte gegen Pilsen auf den in Kärnten früh verletzt ausgeschiedenen Taktgeber Petsos zählen. Im Angriff erhielt Philipp Prosenik den Vorzug vor Matej Jelic, in der Verteidigung waren Maximilian Hofmann und Mario Pavelic neu dabei, im Mittelfeld war Steffen Hofmann im Europacup erneut eine Bank.

Die Grünweißen begannen mit Elan. Pilsens Abwehr war bereits in den ersten zehn Minute schwer beschäftigt. Aus ihrer ersten gefährlichen Szene schlugen die national erfolgsverwöhnten Tschechen aber eiskalt in der Person ihres Torjägers zu. Nach einer Hereingabe von links traf Duris (11. Tor im 15. Saisonspiel) mit dem Außenrist ins kurze Eck. Rapids Abwehr wirkte dabei unsortiert.

Anmerken ließ sich der Bundesliga-Dritte von diesem Rückschlag aber nichts. Rapid spielte gefällig nach vorne, vor allem über den linken Flügel mit Florian Kainz und Stefan Stangl wurde Tschechiens Champion zugesetzt. Stangls Abschluss fiel zu zentral aus (18.), Hofmann (19.) und Petsos (30.) trafen den Ball nicht ideal. Dazu sahen die Hütteldorfer ein Handspiel von Pilsens David Limbersky im Strafraum. Der Ausgleich lag in der Luft.

Eine Unsicherheit von Pilsen-Torhüter Matus Kozacik bescherte Rapid schließlich einen Eckball, nach einer einstudierten Variante traf Hofmann vor der Strafraumgrenze mit einem leicht abgefälschten Ball zum 1:1. Der 35-Jährige prolongierte damit seinen internationalen Lauf: Für Hofmann war es sein vierter Treffer im vierten Europacup-Spiel in Folge.

Pilsen erholte sich dennoch ebenso schnell vom Rückschlag. Auch die linke Seite der Tschechen war die deutlich stärkere. Der nach einer Alkoholfahrt derzeit vom tschechischen Nationalteam suspendierte Limbersky zog immer wieder gefährlich auf. In brenzligen Situationen bewies Jan Novota Klasse: Der Slowake war gegen seinen Landsmann Duris mit dem Fuß zur Stelle (36.) und fasste einen Hejda-Kopfball (41.) sicher.

Die zweite Spielhälfte begann ähnlich wie die erste. Rapid war erneut bemüht, früh zu attackieren - und wurde etwas glücklich belohnt. Eine Vorlage von Pavelic bugsierte Schaub mit der Brust über die Linie, der Offensivmann schien dabei aber knapp im Abseits zu stehen. Rapid gelang es nach dem 2:1 gegen Villarreal somit erneut, ein Spiel zu Hause zu drehen.

Kapitän Hofmann ging nach einer Stunde vom Feld, Rapid zog sich danach zurück und versuchte, Nadelstiche zu setzen. Ein Schlenzer von Petsos, der an Freund und Feind den Weg ins Tor fand, schien dann auch die Entscheidung herbeigeführt zu haben. Rapid ließ noch gute Möglichkeiten ungenutzt, und musste damit im Finish noch einmal ein wenig zittern.

Hrosovsky hatte Zeit und Platz und brachte Pilsen mit einem Flachschuss wieder ins Spiel zurück. Rapid zeigte sich davon aber erneut nicht wirklich beeindruckt und verteidigte die Führung am Ende souverän.

Nach dem Spiel war die Erleichterung im Rapid-Lager zu spüren. Steffen Hofmann meinte: "Es war wichtig, dass wir das Spiel gewinnen. Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft gespielt. Sie haben es uns in allen Phasen des Spiels schwer gemacht. Ich freue mich sehr, dass ich ein Tor erzielen konnte. Es war nicht leicht für uns nach dem wirklich schlechten Spiel in Wolfsberg, der Sieg ist sehr wichtig für uns. Durchatmen kann man noch nicht, aber wir haben schon einen guten Vorsprung erspielt. Neun Punkte nach drei Spielen, wir sind natürlich überglücklich."

Rapid-Trainer Zoran Barisic freute sich vor allem für sein Team: "Die Mannschaft hat riesengroßen Willen und Kampfgeist an den Tag gelegt. In der ersten Halbzeit haben wir wirklich sehr gut gespielt."