Erstellt am 21. Oktober 2015, 16:01

Rapid will Europa-League-Aufstiegskurs halten. Fußball-Rekordmeister Rapid hat am Donnerstag die Chance, der K.o-Runde der Fußball-Europa-League schon zur Gruppen-Halbzeit sehr nahe zu kommen.

 |  NOEN, APA

Die makellosen Hütteldorfer haben nach zwei Erfolgen gegen Villarreal und Dinamo Minsk Tschechiens Meister Viktoria Pilsen im Ernst-Happel-Stadion zu Gast und würden sich mit einem vollen Erfolg um sechs Zähler vom ersten Nichtaufstiegsplatz absetzen.

"Das wäre ein richtig großer Schritt in Richtung überwintern", weiß Rapid-Kapitän Steffen Hofmann. Laut seiner Einschätzung werde man mit Pilsen in der Gruppe E um Rang zwei kämpfen. "Es wird daher eines der beiden entscheidenden Spiele für uns sein", betonte der Mittelfeld-Routinier. Vorerst führen aber die Wiener das Feld vor Villarreal und Pilsen (je 3) sowie Minsk (0) an. "Wir sind noch nie so gut gestartet, aber wissen auch, dass wir noch einige Punkte brauchen", sagte Hofmann.

Rapid, das auf eine erfolgreiche Generalprobe vor dem Derby am Sonntag hofft, hat gegen Pilsen noch kein Bewerbspiel absolviert. Tschechiens dreifacher und aktueller Meister kommt in Topform nach Wien, feierte in der Meisterschaft zuletzt sechs Siege hintereinander. "Vom Namen her ist Pilsen für die breite Öffentlichkeit nicht so bekannt. Wir wissen aber, was auf uns zukommt. Es ist ein sehr gefährlicher Gegner, der ähnlich konzipiert ist wie wir, von der Spielanlage und dem System", analysierte Rapid-Trainer Zoran Barisic.

Der tschechische Tabellenzweite sei sehr komplett aufgestellt. "Sehr gefährlich ist die Offensivabteilung, da sind sie sehr variabel und technisch gut. Höllisch aufpassen müssen wir auch bei Standardsituationen", kennt der Wiener die Vorzüge des Gegners genau.

Die sollen aber nicht zur Geltung kommen. Dafür müssen sich die Hütteldorfer gegenüber den jüngsten Ligaauftritten aber steigern. Das 1:2 bei Schlusslicht WAC am Sonntag war die vierte Niederlage in den letzten sechs Meisterschaftspartien, die Tabellenführung ist damit passe. "Wir wissen, dass wir im letzten Spiel keine allzu gute Leistung gebracht haben. Wir haben das Spiel aber am Montag aufgearbeitet und abgehakt", sagte Barisic.

Steigern muss sich der Vizemeister in allen Bereichen, vor allem auch in der Offensive. "Wir müssen wieder dorthin kommen, dass wir mehr Chancen kreieren", weiß auch Rapids Trainer. Wer ganz vorne für die nötigen Tore sorgen soll, ist noch offen. Die Lücke nach dem Abgang von Robert Beric konnte bisher noch nicht geschlossen werden. Da bei Matej Jelic "die Eingewöhnungszeit noch nicht beendet ist", darf auch Philipp Prosenik mit einem Einsatz spekulieren. "Er ist definitiv in meinem Kopf drinnen", verriet Barisic.

Ob der angeschlagene Mittelfeldspieler Thanos Petsos rechtzeitig fit wird, bleibt offen. Dafür steht Philipp Schobesberger diesmal wieder als Alternative bereit. Die Gäste haben mit dem gesperrten Stamm-Innenverteidiger Vaclav Prochazka einen nennenswerten Ausfall zu beklagen. "Er ist ein wichtiger Spieler, aber ich glaube, dass sie das gut kompensieren können", erklärte Barisic. Lukas Hejda wird den 31-Jährigen wohl ersetzen.

Die Pilsener werden nach Wien von 2.500 Anhängern begleitet. Die werden am Donnerstag klarerweise in der Unterzahl sein. Bis Mittwochmittag waren 34.800 Karten verkauft, die Organisatoren rechneten mit bis zu 38.000 Anhängern. Darunter sind auch ehemalige verdienstvolle tschechische Rapid-Spieler, die vom Club eingeladen wurden. So haben Antonin Panenka, Marek Kincl, Rene Wagner und Radek Bejbl ihr Kommen fix zugesagt.

Auch ihnen wollen Hofmann und Co. ein tolles Spiel bieten. "Wir haben die Möglichkeit, uns von Pilsen abzusetzen. Jeder Spieler wird alles geben, dass wir das auch schaffen", versprach Barisic. Damit würden die Wiener auch ihre Europa-League-Heimserie prolongieren. In den jüngsten acht Partien vor eigenem Publikum gab es fünf Siege und drei Remis. Die letzte Niederlage liegt mit dem 0:4 gegen Bayer Leverkusen im Oktober 2012 schon lange zurück.