Erstellt am 29. Dezember 2015, 14:41

von APA/Red

Reichelt in Santa-Caterina-Abfahrt Zweiter hinter Theaux. In der vierten Weltcup-Saisonabfahrt hat es für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) mit dem ersten Podestplatz geklappt.

 |  NOEN, APA (AFP)

Hinter dem französischen Sieger Adrien Theaux und vor dessen Landsmann David Poisson fuhr Hannes Reichelt am Dienstag auf der kräfteraubenden "Deborah Compagnoni"-Strecke in Santa Caterina auf Platz zwei. Vierter wurde trotz einer Tor-Panne der Italiener Christof Innerhofer.

Romed Baumann und Vincent Kriechmayr als Fünfter bzw. Sechster trugen zu einem mannschaftlich starken Ergebnis aus österreichischer Sicht bei. Unmittelbar hinter Kriechmayr landete der Norweger Aksel Lund Svindal auf Platz sieben und übernahm damit im Gesamtweltcup-Ranking wieder die Führung von Marcel Hirscher. 15 Punkte trennen die beiden vor dem nächsten Rennen, dem Slalom am 6. Jänner, der ebenfalls in Santa Caterina über die Bühne gehen wird.

Innerhofer, der für viele als der Topfavorit gegolten hatte, kostete ein nicht alltäglicher Unfall mit einem Tor ein besseres Resultat, vielleicht sogar den Sieg. Der Südtiroler, der auf der extrem unruhigen und harten Piste mit enormem Risiko unterwegs war, erwischte eine Kurve nur mehr im allerletzten Moment. Innerhofer fuhr mit dem Kopf durch das Tor und riss das Gestänge aus der Verankerung, das sich in der Folge mit der Fahne um seinen Helm verfing. Mit einer Stange als zusätzlichem Gepäck stellte er dennoch eine Zeit auf, die bis zu Theaux Bestand hatte.

Der Franzose, der vor allem im unteren Streckenabschnitt der Schnellste war, lag bei seinem dritten Weltcup-Sieg 1,04 Sekunden vor Reichelt und 1,15 vor Poisson. Davor hatte Theaux zuletzt im März 2013 in Kvitfjell gewonnen, sein erster Erfolg gelang ihm 2011 in Lenzerheide. Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Februar in Beaver Creek holte er Bronze im Super-G.

"Ich mag diese Verhältnisse"

"Ich mag diese Verhältnisse", meinte der 31-Jährige nachher im Ziel. "Mein Gefühl war schon im Training gut. Heute habe ich probiert, noch mehr zu pushen. Ich hatte auch meine Probleme mit der Sicht, aber das war für alle gleich. Ich habe unten einen Fehler gehabt, aber es hat gereicht."

Reichelt war nach einer soliden, aber nicht makellosen Fahrt vor allem froh, gesund angekommen zu sein. "Da oben hat es mir schon ordentlich die Schneid abgekauft", sprach der Salzburger einen Schreckmoment an, als er bald nach dem Starthaus von einer heftigen Welle überrascht wurde. "Ich bin echt froh, dass ich heil herunten bin. Da war die Platzierung nebensächlich."

Ähnlich äußerte sich Innerhofer nach seiner kuriosen "Superman"-Einlage. "Das war wirklich am Limit von Gut und Böse", sagte der 31-Jährige, der während seiner Fahrt zeitweise "nichts mehr" gesehen habe. "Ich habe gedacht, das Brillenglas ist kaputt. Ich habe dann versucht, die Brille zu richten und das Tuch loszuwerden, weil das ist wie ja ein Fallschirm. Es ist schade, weil ich bin super in Form." Für Innerhofer war es dennoch das beste Saisonergebnis.

Kein Risiko bei Baumann

Das Gleiche gilt für Baumann. "Ich war noch nicht in Verfassung, dass ich zu 100 Prozent voll riskieren kann. Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden", sagte der Tiroler.

Die übrigen Österreicher waren nicht in Reichweite der Spitzenplätze: Max Franz war 14., Otmar Striedinger und Klaus Kröll reihten sich auf den Plätzen 18 und 19 ein, Johannes Kröll wurde 23. Nicht in die Punkteränge kam Christian Walder als 43. Patrick Schweiger musste aufgrund von Rückenschmerzen auf einen Start verzichten.

Viele Fahrer hatten mit der Piste große Probleme. Die vielen Schläge, die bei schlechter Sicht und hoher Geschwindigkeit zu meistern waren, forderten in Form von zahlreichen Ausfällen oder Aufgaben ihren Tribut. So erwischte es unter anderem Peter Fill, Aleksander Aamodt Kilde, Manuel Osborne-Paradis oder Andrew Weibrecht.