Erstellt am 25. Juli 2016, 06:34

Motivsuche nach tödlicher Macheten-Attacke. Nach dem Machetenangriff mit einer Toten und fünf Verletzten in Reutlingen in Baden-Württemberg untersuchen die Ermittler die Hintergründe der Bluttat. Zwar ist klar, dass sich das 45-jährige Opfer und der 21-jährige mutmaßliche Täter kannten. Doch das Motiv liegt noch im Dunkeln.

 |  APA/dpa

Die Arbeit der Polizei konzentriert sich überdies auf die Spurensuche am Tatort, weitere Zeugenvernehmungen und den blutigen Weg des Mannes durch die belebte Innenstadt.

Der mutmaßliche Täter und sein Opfer hatten vor der Bluttat nach Polizeiangaben einen Streit. Dass die beiden sich kannten, sei aus Berichten von Augen- und Ohrenzeugen hervorgegangen. Man gehe von einer Beziehungstat aus. Einen terroristischen Hintergrund hatte die Polizei rasch ausgeschlossen. Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch äußerte sich "sehr bestürzt und entsetzt". Sie lobte den schnellen Einsatz von Polizei und Rettungskräften.

Nach Darstellung der Polizei schlug der 21-Jährige auf seiner Flucht mit dem Messer die Scheiben eines Autos ein, in dem sich eine 51-jährige Frau sowie ein 41-jähriger Mann befanden. Bei dem Angriff erlitt die Frau Schnittwunden am Unterarm, der Mann trug einen Schock davon.

Im Anschluss verletzte der mutmaßliche Täter einen 23-jährigen Mann in einer Gaststätte im Gesicht so schwer, dass er ins Krankenhaus kam. Während der Flucht des Täters verletzten sich zwei weitere 54 und 21 Jahre alte Frauen. Die Ältere der beiden musste wegen einer Kopfplatzwunde behandelt werden, die Jüngere erlitt einen Schock. Sie kamen ebenfalls in die Klinik.

Auch der mutmaßliche Täter ist nach einem Zusammenstoß mit einem Auto, der seiner Flucht ein Ende setzte, schwer verletzt worden. Die Polizei berichtete, er müsse intensivmedizinisch betreut werden. "Er ist derzeit nicht vernehmungsfähig und wird von der Polizei bewacht." Lebensgefahr bestand laut Aussage eines Polizeisprechers aber nicht. Der Festgenommene ist der Polizei schon wegen mehrerer Körperverletzungen, Drogen- und Eigentumsdelikten bekannt.

Nach den Bluttaten in München und Würzburg schockierte die Tat viele Menschen. "Wenn man einen Angriff mit einer Machete mitkriegt, muss man sehr schnell betreut werden", betonte der Polizeisprecher. Kriseninterventionsteams seien im Einsatz gewesen.

Auf die schriftliche Mitteilung der Polizei, dass es sich bei dem Tatverdächtigen "um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien" handle, reagierten Menschen im Internet mit fremdenfeindlichen Kommentaren.