Erstellt am 20. Juli 2016, 12:20

23 Prozent mehr Abschiebungen im ersten Halbjahr. Abschiebungen sind in Österreich kein seltenes Ereignis: Jeden siebenten Tag fand heuer bisher im Schnitt eine Charter-Rückführung statt.

 |  APA (Bundesheer/Symbolbild)

Insgesamt erfolgten im ersten Halbjahr 2016 5.163 sogenannte Außerlandesbringungen, die meisten davon freiwillig. Die zwangsweisen Rückführungen stiegen um 23 Prozent. Erstmals hob am Mittwoch auch der Heeresflieger Hercules zu einem Abschiebungsflug ab.

Ein starker Anstieg um 23 Prozent wurde auch bei den "zwangsweisen Außerlandesbringungen" verzeichnet (von 1.602 auf 1.968). Bei diesen Asylwerbern, die gezwungen werden, Österreich zu verlassen, unterscheidet die Statistik formal Abschiebungen und Überstellungen gemäß dem Dublin-Abkommen, wonach eine anderes EU-Land für das Verfahren zuständig ist: Die Zahl der Abschiebungen ist gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 heuer um elf Prozent gestiegen (von 952 auf 1.057). Sogenannte Dublin-Überstellungen gab es zwischen Jänner und Juni 2016 sogar um 40 Prozent mehr (von 650 auf 911).

Abschiebungen werden auf dem Land- oder am Luftweg durchgeführt. Heuer gab es bereits 28 Charteroperationen, 24 davon per Flug und vier per Bus. Ziel war am öftesten der Kosovo, andere Destinationen waren Bulgarien, Polen, Nigeria, Pakistan, Georgien, Armenien, Russland und Albanien. 2015 fanden insgesamt 32 Charter-Rückführungen statt, also im Schnitt letztlich alle zwölf Tage.

Elf männliche Asylwerber wurden am Mittwoch mit der Transportmaschine des Typs C-130 im Rahmen einer Dublin-Überstellung nach Bulgarien gebracht. An Bord waren neben der Bundesheer-Crew noch 37 Begleitpersonen, hieß es gegenüber der APA.

Die Rückführungen mit der Hercules finden als Assistenzleistung für das Innenministerium statt. Die Kosten für die Rückführungsflüge trägt das Verteidigungsministerium. Kritik an den Kosten wies das Ressort mit dem Argument zurück, dass die Flugstunden ohnehin im geplanten Jahresflugstundenkontingent des Systems Hercules enthalten seien. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hatte im Vorfeld außerdem argumentiert, dass ein Flug mit der Hercules absolut zumutbar sei, würden doch auch die Soldaten regelmäßig damit transportiert.