Erstellt am 29. November 2015, 10:35

von APA/Red

Rund 1.500 Menschen kamen über Nacht in Spielfeld an. In der Nacht auf Sonntag sind laut Exekutive 1.537 Flüchtlinge in der Sammelstelle am steirisch-slowenischen Grenzübergang Spielfeld eingetroffen.

Diese wurden bis in der Früh mit Bussen in Transitquartiere gebracht. Am Sonntag sei mit rund tausend weiteren Personen zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher auf APA-Anfrage. Die Vorarbeiten des Heeres am neuen Empfangszentrum ruhten am Sonntag.

Die Weiterfahrt der Flüchtlinge in Notquartiere im Bundesgebiet war bis 1.30 Uhr in der Früh abgeschlossen. Die Menschen kamen laut Polizeisprecher Fritz Grundnig ausschließlich in Spielfeld an. In der Sammelstelle in Bad Radkersburg war es ruhig, hier gab es keine Ankünfte.

600 Schutzsuchende angekommen

Am frühen Vormittag kamen weitere 600 Schutzsuchende aus der slowenischen Sammelstelle in Sentilj zur Grenze in Spielfeld. Ein Zug mit rund 400 weiteren Menschen rolle an bzw. sei bereits auf slowenischer Seite eingetroffen, sagte Grundnig. Bei den Neuankömmlingen handle sich durchwegs um Syrer, Afghanen oder Iraker, Schwarzafrikaner seien seiner Wahrnehmung nach keine darunter.

Die Rodungen und Vorarbeiten durch Bundesheer-Pioniere, die sich am Samstag auf den Bereich vom Flugdach der alten Zollstation über die Böschung in Richtung Osten zum Autobahndamm hin konzentrierten, ruhten am Sonntag. Am Samstag war hier auch planiert worden, um ab Montag mit der Errichtung des neuen Eingangssystems zu beginnen.

Unterdessen hat das Innenministerium in Oberösterreich ein zweites Mal von seinem Durchgriffsrecht Gebrauch gemacht und richtet in Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck) eine Quartier für bis zu 250 Asylwerber ein. Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck bestätigte einen Bericht von "Österreich". Man habe eine Industriehalle übernommen.

Grundböck rechnet damit, dass noch im Dezember die ersten Flüchtlinge nach Frankenburg kommen. Damit entspräche man dem Wunsch der Länder nach mehr Unterbringungsmöglichkeiten. In jenen Gemeinden oder Bezirken, in denen der Richtwert für die Aufnahme von Asylwerbern von 1,5 Prozent der Bevölkerung nicht erfüllt ist, hat der Bund das Recht in Eigenregie zu handeln. Der Bezirk Vöcklabruck müsste 1.989 Unterkünfte bereitstellen, derzeit seien es nur rund 1.600, berichtet "Österreich". Seit Inkrafttreten des Durchgriffsrechts am 1. Oktober habe das Innenministerium dieses zehnmal angewendet, so dessen Sprecher.